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Tod im Fluchttunnel Massenausbruch in Brasilien

In Sao Paulo ist ein Fluchttunnel für mindestens 13 Ausbrecher zum Grab geworden. Die Sträflinge wurden am Sonntag lebendig verschüttet, als der von ihnen gegrabene Tunnel einstürzte. In Brasilien gibt es rund 500 zumeist veraltete und hoffnungslos überfüllte Gefängnisse. Revolten mit Todesopfern, Ausbrüche und Misshandlungen der Insassen durch schlecht ausgebildetes Wachpersonal sind an der Tagesordnung.

Von insgesamt 87 Insassen, denen die Flucht aus dem Staatsgefängnis von Sao Paulo zunächst geglückt war, seien inzwischen mehr als 40 Häftlinge wieder gefasst worden, hieß es in den Medien des Landes. Dutzende seien jedoch noch auf der Flucht.

Leblose vom Schlamm bedeckte Körper

Das Ausmaß der Tragödie wurde erst während der mehrstündigen Rettungsarbeiten nach und nach deutlich. Immer wieder wurden vor laufenden TV-Kameras leblose und von Schlamm bedeckte Körper aus dem Ende des eingestürzten Tunnels gezogen. Nach ersten Erkenntnissen hatten Komplizen der Ausbrecher den Tunnel von einer Nachbarstraße aus gegraben. Er war belüftet und durch Betonstützen verstärkt.

Nach dem Unglück versammelten sich vor der Haftanstalt Hunderte besorgte Angehörige. Viele protestierten, weil die Identitäten der Toten und Verletzte zunächst nicht bekannt gegeben wurden.

Quelle: n-tv.de