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Restrukturierung bei Swiss Massenhafte Piloten-Entlassung

Die angeschlagene Schweizer Fluglinie Swiss hat bei ihren Bemühungen um eine Restrukturierung eines ihrer Ziele erreicht. Am späten Freitagabend stimmten die Piloten einem Entlassungsplan der Swiss zu, wie das Unternehmen mitteilte. Damit werden 526 der insgesamt 950 Piloten entlassen.

Mit der Einigung sei eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Restrukturierung der Swiss erfolgreich fortzusetzen, teilte das Flugunternehmen mit. Es habe eine existenzbedrohende Konfliktsituation aus der Welt geschafft werden können. Alle Betroffenen dürften sich als Sieger fühlen, hieß es weiter.

Fast drei Viertel der in der Vereinigung Swiss Pilots zusammengeschlossenen ehemaligen Crossair-Piloten akzeptierten den Stellenabbau. Die Swiss war im April 2002 nach dem Konkurs der Swissair aus der Crossair entstanden.

Mitte Juli hatte der Vorstand von Swiss Pilots auf das Reißverschlusssystem bei den Kündigungen verzichtet, das bei Kündigungen die ehemaligen Swissair- und Crossair-Piloten gleich belastet hätte. Dieses war der Kern eines zähen Ringens mit der Swiss gewesen und wurde zuletzt auch von einem Schiedsgericht unterstützt.

Bei einem Nein der Piloten wären für die Airline nun Klagen und die Fortsetzung des juristischen Streits die Folgen gewesen. Der Verband hätte dann den rechtlichen Weg weiter beschritten.

Ende Juni hatte die Swiss eine Restrukturierung angekündigt, bei der rund 25 von derzeit knapp 100 Zielen zum Winterflugplan aus dem Streckennetz gestrichen werden sollen. Dabei soll die Zahl der Stellen weltweit von derzeit rund 10.000 auf 7.000 reduziert werden.

Allein im ersten Quartal hatte die Swiss einen Verlust von 200 Mio. Franken, umgerechnet 130 Mio. Euro, gemacht. Medienberichten zufolge stiegen die Verluste im ersten Halbjahr auf rund 550 Mio. Franken.

Quelle: ntv.de