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"Feindliche Übernahme" Milchstraße sieht schwarz

Der Gründer der Verlagsgruppe Milchstraße, Dirk Manthey, rechnet nach der Übernahme durch den Burda-Verlag mit der Zerschlagung der Zeitschriftengruppe.

Der Kauf sei eine feindliche Übernahme, zitierte der "Spiegel" Manthey. Burda - unter anderem durch Magazine wie "Focus" und "Bunte" bekannt - ist seit Ende 1995 an Zeitschriften der Milchstraße beteiligt und hat vergangene Woche den Verlag ganz übernommen. Burda habe die Hamburger Verlagsgruppe "von der ersten Minute an übernehmen, zerschlagen, ins eigene Reich einverleiben wollen", so Manthey. In den nächsten Jahren werde es nicht um neue Konzepte gehen, "sondern das Heil in Kosten, Synergien und Entlassungen zu suchen".

Manthey wolle seine verbliebene Beteiligung an der Zeitschrift "Fit for Fun" behalten, hießt es in dem Bericht weiter. "Aber vermutlich wird mir Burda auch hier die Pistole auf die Brust setzen." Er selbst werde in den nächsten Wochen eine neue Gesellschaft gründen, um neue Zeitschriften für den deutschen und internationalen Markt zu entwickeln.

Manthey startete 1975 mit 21 Jahren die Filmzeitschrift "Cinema". Zur Stärkung der Kapitaldecke verkaufte Manthey 1989 75 Prozent des "Kino Verlag" an die italienische Mediengruppe RCS, die Verlagsgruppe Milchstraße entstand.

Die Verlagsgruppe gehört nun künftig in den Zuständigkeitsbereich von Burda-Vorstand Helmut Markwort. Milchstraße, zu der unter anderem die Zeitschriften "TV Spielfilm" oder "Amica" gehören, erreicht mehr als zehn Millionen Leser. Sie beschäftigt 430 Mitarbeiter und erzielte 2003 einen Umsatz von 160 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de

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