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Montag, 20. Dezember 2004

Geldstrafe auf Bewährung: Mildes Urteil gegen Daschner

Der ehemalige Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner ist wegen der Gewaltandrohung gegen den Entführer des elfjährigen Bankierssohnes Jakob von Metzler vom Frankfurter Landgericht verwarnt worden. Das Gericht blieb damit weit unter dem üblichen Strafrahmen, der Haftstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren in Fällen von schwerer Nötigung vorsieht.

Daschner habe sich der Verleitung eines Polizeibeamten zur Nötigung im Amt schuldig gemacht, urteilte das Gericht. Er und der mitangeklagte Beamte erhielten daher eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Sollte sich Daschner erneut etwas zu Schulden kommen lasse, müsse er mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 120 Euro rechnen (insgesamt 10.800 Euro), der mitangeklagte mit 60 Tagessätzen zu 60 Euro (3.600 Euro).

Daschner war wegen Verleitung zu schwerer Nötigung und Amtsmissbrauchs angeklagt, was gewöhnlich mit einer Haftstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren geahndet wird.

Daschner hatte eingeräumt, dass auf seine Anweisung hin dem Entführer des elfjährigen Bankierssohnes Jakob von Metzler im Polizeigewahrsam Gewalt angedroht worden war. Der Entführer Magnus Gäfgen gab nach der Drohung zu, Jakob bereits unmittelbar nach der Entführung im September 2002 getötet zu haben, und führte die Polizei zum Versteck der Leiche. Wegen Mordes wurde Gäfgen 2003 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Quelle: n-tv.de