Archiv

Öffentliche Hand investiert Milliarden für WM 2006

Die öffentliche Hand lässt sich trotz leerer Taschen nicht lumpen. Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollen insgesamt mehr als sechs Mrd. Euro in Verkehrsinfrastruktur und Stadienbauten investiert werden.

Diese Zahl nannte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement am Donnerstag in Leipzig anlässlich der Eröffnung einer Investitionskonferenz. Für die Wirtschaft ergäben sich großartige Perspektiven durch einen kurz- und mittelfristigen Auftragsschub.

Die genannten Investitionen der öffentlichen Hand setzen sich laut Clement folgendermaßen zusammen:

- zwei Mrd. Euro für Stadionbauten,

- rund vier Mrd. Euro aus Bundesmitteln für den Straßenbau und

- 500 Mio. Euro für Verkehrsleitsysteme.

Wie Clement weiter ausführte, wird durch die WM 2006 ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt von acht Milliarden Euro bis zum Jahr 2010 erwartet. In vielen Bereichen der Wirtschaft werde es Innovationsschübe geben. Er nannte beispielhaft die Informations- und Kommunikationstechnologie.

Die Fußball-WM sei eine ideale Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit Deutschlands international unter Beweis zu stellen. "Die Marke 'Made in Germany' kann wieder blank poliert werden", so Clement.

Schulterschluss von Sport und Wirtschaft

Der Minister erinnerte daran, dass die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland für den endgültigen Durchbruch des Farbfernsehens gesorgt habe. Ähnliches könne 2006 mit dem hoch auflösenden Fernsehen gelingen.

Franz Beckenbauer, Präsident des Organisationskomitees der WM, sagte, Sport und Wirtschaft müssten zusammenhalten, um die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land zu einem Erfolg zu machen. Insgesamt würden bis zu 30 Milliarden Menschen die Übertragungen der Spiele im Fernsehen verfolgen. Vor dieser Kulisse müsse man sich gut präsentieren.

Beckenbauer meinte, dass sich Deutschland eine Chance biete, die so bald nicht wiederkomme. Da die FIFA für die Weltmeisterschaft das Rotationsprinzip eingeführt habe, werde Europa frühestens im Jahr 2030 wieder als Ausrichter in Frage kommen.

Rogowski: Zwei Prozent Wachstum sind drin

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, kündigte an, die deutsche Wirtschaft werde sich noch stärker für die WM 2006 engagieren. Dabei dürfe es aber keinerlei Restriktionen geben. So wie WM ein sportlicher Meilenstein für Deutschland sein werde, sollte das Jahr 2006 auch einen wirtschaftlichen und politischen Meilenstein für Deutschland markieren.

Rogowski zeigte sich zuversichtlich, dass schon im laufenden Jahr ein stabiler Aufschwung möglich sein könnte. Bis zu zwei Prozent Wachstum könnten erreicht und damit eine dreijährige Stagnationsphase überwunden werden. An die Politik richtete er den Appell, den erfolgreich eingeschlagenen Reformkurs beizubehalten.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.