Archiv

Luftfahrtindustrie Milliardenverluste befürchtet

Die Terroranschläge in New York und Washington könnten nach Ansicht von Analysten die weltweite Luftfahrtindustrie Milliarden kosten. Dies berichtet der "Daily Telegraph". Die Entscheidung, sämtliche Flugreisen in die USA zu stoppen, sowie alle Inlandsflüge in den USA zu streichen, würde die Industrie mindestens 500 Mio. US-Dollar pro Tag kosten, bis die Flüge wieder starten können.

Der Internationale Luftfahrt-Verbands IATA rechnet mit unmittelbaren Belastungen durch Umsatzausfälle und außerordentlichen Kosten in Höhe von rund zehn Mrd. US-Dollar. Zudem würden die Fluggesellschaften in diesem Jahr möglicherweise "Rekordverluste" verbuchen.

Nach den Anschlägen in den USA hatten weltweit Fluglinien ihre Flüge in die USA abgesagt oder umgeleitet. Auch am Donnerstag galt noch auf allen US-Flughäfen ein Startverbot. Die US-Behörden kündigten an, um 17.00 Uhr wieder ihren Luftraum für den zivilen Luftverkehr zu öffnen. Continental gab bekannt, die Flüge in die USA würden wieder aufgenommen. Eine ähnliche Ankündigung gab es auch von Air France, die die Wiederaufnahme der US-Flüge jedoch dann kurzfristig verschob.

Die Deutsche Lufthansa hat auch am Donnerstag alle Flüge nach Nordamerika gestrichen. Die Maschinen der Deutschen Lufthansa, die am Dienstag bereits auf dem Weg in die USA waren, wurden entweder nach Kanada umgeleitet oder nach Deutschland zurückgerufen. Auch zahlreiche deutsche Touristik-Unternehmen haben ihre Reisen in die USA abgesagt.

So hat der größte deutsche Reiseveranstalter TUI bis einschließlich Freitag alle Reisen storniert. Schätzungen über das Ausmaß der Kosten gab TUI nicht ab. Der Schaden werde jedoch nicht signifikant sein, erklärte TUI-Sprecher Robin Zimmermann. Die USA-Reisen gehörten nicht zum Kerngeschäftsfeld. Im letzten Jahr seien zum Beispiel 6,5 Mio. Gäste mit der TUI verreist, davon gingen 120.000 bis 125.000 Reisen in die USA.

Lufthansa-Chef Jürgen Weber wies jede Frage nach den Kosten kategorisch von sich. Hier gehe es nicht um Kosten, das spiele im Moment keine Rolle. Von den Streichungen der Lufthansa-Flüge sind 60.000 Passagiere betroffen. Die Lufthansa hat unter 0800 - 100 94 99 eine Hotline eingerichtet.

Europäische Fluglinien abgestuft / Ratings internationaler Gesellschaften unter der Lupe

Das Investmenthaus Schroder Salomon Smith Barney (SSSB) hat am Donnerstand den Sektor der europäischen Fluglinien zurückgestuft und die Kursziele nach unten revidiert. Die Deutsche Lufthansa sieht SSSB nur noch bei einem Kurs von 17,50 statt bisher 22 Euro. Die Anschläge in den USA werden nach Einschätzung der Analysten wahrscheinlich schwerwiegende Effekte auf die Profitabilität der Fluglinien haben.

Die Aktien von British Airways und Air France wurden von "neutral" und "outperform" zurückgestuft, Allitalia von "neutral" auf "underperform". Die Kursziele der holländischen KLM und der Swissair wurden um 30 Prozent zurückgenommen. Auch die großen asiatischen Fluglinien würden in Mitleidenschaft gezogen. Zum Teil liege der Anteil des US-Geschäft bei über 25 Prozent, hieß es.

Die internationale Rating-Agentur Standard & Poor`s kündigte an, wegen der Folgen der Terrorakte in den USA die Ratings mehrerer Fluglinien auf eine Herabstufung hin zu prüfen. Vor allem die Angst vor weiteren Terror-Aktionen und die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen könnten sich negativ auf die Nachfrage auswirken, erklärten die Analysten.

Überprüft werden die Ratings aller amerikanischen Fluglinien sowie die von Air Canada und British Airways. Die Entscheidung über die Ratings werde jedoch erst getroffen, wenn das Ausmaß der Finanz- und Geschäftsrisiken besser abgeschätzt werden können, hieß es.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema