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Wann muss Ackermann gehen? Möglichkeiten der BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das Recht, den unter Druck geratenen Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung seines Amtes zu entheben.

Sollte der Manager im Zusammenhang mit der Mannesmann-Affäre wegen Untreue verurteilt werden, kann die BaFin ein eigenständiges verwaltungsrechtliches Verfahren eröffnen. Die Behörde müsste in diesem Fall prüfen, ob Ackermann, der dann vorbestraft wäre, noch zum Vorstandschef der größten Deutschen Bank geeignet wäre. Grundlage für eine solche Prüfung ist das Kreditwesengesetz (KWG), das vorschreibt, dass Bankchefs zuverlässig zu sein haben.

Das wäre Ackermann nicht mehr, sollte er im Falle einer Verurteilung seiner Tätigkeit als Vorstandschef nicht mehr ordnungsgemäß nachkommen können. Die Klärung dieser Frage liegt im Ermessen der Finanzaufsicht. In informierten Kreisen wird mit einer Eröffnung des Verfahrens Anfang 2004 gerechnet. Am Montag hatte das Landgericht Düsseldorf die Klage in vollem Umfang zugelassen.

Am Montag hatte die BaFin Medienberichte dementiert, wonach Josef Ackermann einer Sonderprüfung durch die Behörde unterzogen wird. Die deutsche Bankenaufsicht habe lediglich die Zulassung der Anklage im Rahmen ihrer aufsichtsrechtlichen Tätigkeit geprüft, hieß es.

Ackermann und anderen ehemalige Mannesmann-Aufsichtsratsmitglieder wird vorgeworfen, im Zuge der Übernahme durch Vodafone durch Genehmigung überhöhter Abfindungen und Boni dem Unternehmen schweren Schaden zugefügt zu haben.

Quelle: n-tv.de

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