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Überraschung nach dem Empfang Mordpläne gegen Rau

Es war ein entspannter Abend zum Abschluss einer anstrengenden Afrikareise. Nach dem Empfang beim deutschen Botschafter in Tansania versammelte sich am Dienstagabend in Daressalam noch eine kleine Runde im siebten Stock des Delegationshotels bei Bundespräsident Johannes Rau, als der stellvertretende Chef des Präsidialamtes das Staatsoberhaupt herausholte. Wenig später war es mit der Entspannung vorbei. Rau hatte kurzfristig wegen eines gegen ihn geplanten Mordanschlags seinen für Mittwoch geplanten Besuch bei den deutschen Marinesoldaten in Dschibuti am Horn von Afrika abgesagt.

Rau gab sich trotz der Bedrohung völlig gelassen und überließ es seinem Sprecher, die schlechte Nachricht zu übermitteln. Aber, so sagte er, persönlich übel nehme er das schon. Die Bedrückung ob dieser anonymen Bedrohung war bei vielen in der Delegation zu spüren.

Bereits am Sonntag in Arusha zum Auftakt des Staatsbesuchs in Tansania hatte Rau sich eher widerstrebend in eine andere Unterkunft umquartieren lassen. Der Personenschutz des Bundeskriminalamtes (BKA) hatte dazu dringend geraten, weil das Hotel in der Innenstadt nicht gut zu sichern sei. Dem war eine sehr unbestimmte Terrorwarnung der tansanischen Sicherheitsbehörden vorausgegangen. Völlig unklar ist, ob ein Zusammenhang mit dem geplanten Anschlag in Dschibuti besteht.

Die Terrorbedrohung begleitete den gesamten Aufenthalt in Tansania. Kurz bevor Rau die Inselgruppe Sansibar aufsuchte gab es einen Bombenanschlag auf das Haus des dortigen Verkehrsministers und einen Anschlag mit einer Handgranate auf ein Restaurant. Dies stand aber ganz offensichtlich nicht im Zusammenhang mit dem Rau-Besuch.

(von Norbert Klaschka, dpa)

Quelle: n-tv.de