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Chaka-chaka! Motivation ist alles!

Firmen bauen Arbeitsplätze ab, der Druck auf die Beschäftigten wächst. So mancher Mitarbeiterin fällt es da schwer, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Doch kleine Tricks helfen, sich selbst zu motivieren.

"Denken Sie erstmal nur an das nächste positive Ereignis, etwa die Tasse Kaffee. Das hilft beim Aufstehen", rät Liselotte Kany von der Unternehmensberatung OPQ competence-consulting in Hamburg.

Haltung bewahren!

"Legen Sie auf dem Weg zur Arbeit schöne Musik ein", rät die Psychologin Mahena Stief aus München. Auch die Körperhaltung beeinflusse die Laune. "Wenn wir schlecht drauf sind, gucken wir grantig und sitzen da wie ein Häufchen Elend", sagt Stief. "Wenn Sie aber lächeln und sich gerade hinsetzen, geht es Ihnen besser."

Ohne Tief kein Hoch

Wer dauerhaft demotiviert ist, kommt mit solchen Tricks allein nicht weiter. "In solchen Fällen ist es wichtig, die negativen Gefühle zu akzeptieren", erklärt die Autorin Gisela Haasen aus München. Sie rät, Krisen nicht nur negativ zu sehen. "Ohne Krisen und die damit verbundenen Tiefs gibt es keine Weiterentwicklung."

Der erste Schritt aus dem Tief ist, kurz inne zu halten und nach vorn zu schauen. "Wenn ich meinen Job grundsätzlich mag, komme ich leichter über Motivationslöcher hinweg", sagt Beraterin Kany. Laut Stief hängt die Arbeitsmotivation vor allem von zwei Faktoren ab: Der eigentlichen Arbeit und den Bedingungen am Arbeitsplatz. Wer sich ständig über- oder unterfordert fühlt, wird sich nicht dauerhaft motivieren können. Auch schlechte Stimmung im Kollegium oder ein angespanntes Verhältnis zum Chef können den Arbeitsalltag vergiften.

Man muss Prioritäten setzen

Wer das Gefühl hat, nie fertig zu werden, kann laut Stief eine Liste der Prioritäten erstellen: "Arbeiten Sie die Liste von oben nach unten ab. Wenn Sie abends nach Hause gehen, ist vielleicht etwas liegen geblieben, aber nur das Unwichtige."

Größere Aufgaben, die wie ein unbezwingbarer Berg wirken, können in einzelne Arbeitsschritte zerlegt werden. "Greifen Sie sich einen heraus und erledigen ihn", sagt Buchautorin Haasen. "Wenn Sie etwas geschafft haben, gönnen sie sich etwas Schönes", rät Kany. Auch Perfektionismus sei verkehrt: "Wir wollen, dass alle mit uns zufrieden sind", sagt sie. Erst dieser Anspruch ermögliche anderen, übergroße Forderungen zu stellen.

Schluss mit dem Mobbing

Bei Streit oder schlechter Stimmung im Kollegenkreis hilft häufig ein klärendes Gespräch. War das Verhältnis zu den Kollegen bislang gut, rät Haasen, nach den Ursachen für den Stimmungswandel zu forschen. Ist das Verhältnis grundsätzlich schwierig, lasse sich ohne professionelle Hilfe aber kaum etwas ändern.

Geizt der Chef mit Lob, lohnt ebenfalls die Nachfrage. "Machen Sie einen Termin aus. Fragen Sie ihn bei diesem Gespräch konkret, ob er mit Ihrer Arbeit zufrieden ist", sagt Stief. Frauen seien oft kritisch mit sich selbst. Obwohl sie die gleichen Leistungen brächten wie Männer, quälten sie stärkere Selbstzweifel. Die Expertin rät deshalb, ab und zu den Markt zu testen. "Bewerben Sie sich. Sie müssen den Job nicht wechseln. Aber aus dem Wissen über die eigenen Stärken lässt sich viel Kraft und Selbstbewusstsein ziehen."

Gisela Haasen, "Selbstcoaching für Frauen", Kösel-Verlag, 144 Seiten, 14,95 Euro.

Quelle: ntv.de