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Quer durch Großbritannien Nacktwanderer am Ziel

Nach sieben Monaten, von denen er fünf im Gefängnis verbrachte, hat der Brite Stephen Gough (44) am Donnerstagabend sein Ziel erreicht, nackt und zu Fuß quer durch Großbritannien zu laufen. Seine Ankunft im Touristenort John O'Groats an der äußersten Nordostspitze Schottlands feierte der frühere Elitesoldat mit einer Flasche Champagner. "Ich bin ganz überrascht, dass ich auf der letzten Wegstrecke nicht noch einmal festgenommen wurde", sagte er.

Gough, der nur mit Stiefeln, Rucksack, Socken und Hut ausgestattet war, verstand seinen fast 1450 Kilometer langen Fußmarsch als Menschenrechtsdemonstration. Der Sinn seiner Wanderung habe darin gelegen, "den menschlichen Körper zu feiern" und die Öffentlichkeit davon abzubringen, "paranoid" auf Nacktheit zu reagieren.

Insgesamt war Gough auf seinem Marsch von der Südspitze Englands (Land's End) bis in den Norden Schottlands 16 Mal festgenommen worden. In Schottland stand er sogar zwei Mal wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses vor Gericht, nachdem sich empörte Einwohner über ihn beklagt hatten. "Wenn Menschen heutzutage einen nackten Mann sehen, dann denken viele, er ist pädophil oder pervers", sagte Gough. Er aber habe niemandem Schaden zugefügt und vielleicht sogar manchem Menschen zu einem normaleren Verhältnis zur Nacktheit verholfen.

Auf seinem langen Marsch hatte Gough häufig mit eisiger Kälte, Sturm und Regen zu kämpfen. Die Bevölkerung von John O'Groats bereitete ihm am Abend einen freundlichen Empfang. "Erstmal werde ich mich anziehen, richtig essen und in einem warmen Bett schlafen."

Quelle: n-tv.de