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Libyens illegales Atomprogramm Nehm verhaftet Schweizer

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat einen weiteren Verdächtigen festnehmen lassen, der am Aufbau des illegalen Atomwaffenprogramms Libyens mitgewirkt haben soll. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof habe gegen den 39 Jahre alten Schweizer Urs T. Haftbefehl erlassen, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Die Karlsruher Anklagebehörde wirft ihm Beteiligung am Landesverrat vor. Der Experte für Vakuumtechnik soll nach Angaben Nehms im Auftrag eines von Dubai aus gesteuerten Beschaffungsnetzwerks den Bau von Gasultrazentrifugen (GUZ) in Malaysia überwacht haben, die nach Libyen verschifft werden sollten.

Die fünf Container mit Zentrifugenteilen waren in Taranto in Italien auf Betreiben des Wirtschaftsministeriums aufgebracht und beschlagnahmt worden. Mit Gasultrazentrifugen kann Uran für Atomwaffen angereichert werden. Die in Deutschland entwickelte Technologie wird als Staatsgeheimnis eingestuft. Libyen hatte seit Anfang der 80-er Jahre versucht, Atomwaffen herzustellen. Im Dezember 2003 machte das Land diese Pläne öffentlich und gab das Programm auf.

Bereits Ende August war gegen zwei Deutsche Haftbefehl in dieser Sache erlassen worden. Einer von ihnen, der in Südafrika lebende 66-jährige Gerhard W., war gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden, wurde aber in Südafrika verhaftet und muss sich dort vor Gericht verantworten.

Quelle: ntv.de