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"Nummer 49" Neue Festnahme im Irak

Der irakische Verbindungsoffizier zu den UN-Waffeninspekteuren, Generalleutnant Hossam Mohammed Amin, ist von den Koalitionstruppen festgenommen worden. Das teilte das US-Oberkommando Mitte am Sonntag mit. Amin war die Nummer 49 auf der US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker. In dem Kartenspiel mit Fahndungsfotos war er die Kreuz Sechs.

Der General gehörte zu den Schlüsselfiguren im Waffenprogramm von Saddam Hussein und müsste Kenntnisse über etwaige verbotene Massenvernichtungswaffen Iraks haben. Mehr als ein Jahrzehnt leitete Amin die Nationale Überwachungskommission, dabei erwarb sich der Kommunikationstechniker der Luftwaffe als loyaler Offizier den Ruf, die Erwartungen Saddams stets zu erfüllen.

Amin und seine Soldaten verwehrten den UN-Inspekteure bei der ersten Inspektionsrunde bis 1998 den Zugang zu den Präsidentenpalästen und anderen "wichtigen Anlagen", wie es damals hieß. Er gehörte zu den wenigen Irakern, die sich zu Massenvernichtungswaffen äußern durften. Wie die meisten Führungsmitglieder im Bagdader Regime stammt er aus einer prominenten sunnitischen Familie aus Nordirak.

Seine Karriere begann 1980 beim "technischen und wissenschaftlichen Komitee", einer Einrichtung zur Entwicklung von Waffen. Zudem war Amin offenbar ein Vertrauter von Saddam-Sohn Kusai, dem Kommandeur der Republikanischen Garde, sowie vom Privatsekretär des irakischen Herrschers, General Abide Hmud.

Kein Asyl für Asis

Damit sind inzwischen 13 der gesuchten Iraker in der Hand der US-Truppen. Vor zwei Tagen hatte die Regierung in London Spekulationen um eine mögliche Bitte des früheren irakischen Vizeregierungschefs Tarik Asis eine Absage erteilt. "Es ist einfach lächerlich anzunehmen, dass einem Individuum Asyl gewährt wird, das selbst an der Verletzung von Menschenrechten beteiligt war", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Sie reagierte damit auf einen Artikel in dem Massenblatt "The Sun". Demnach habe Asis bei Befragungen durch US-Stellen vorgeschlagen, mit neuer Identität in britisches Asyl zu gehen und im Gegenzug alles über das gestürzte irakische Regime zu berichten, was er wisse. Asis hatte sich am Donnerstag in Bagdad den US-Behörden gestellt.

Ex-Geheimdienstchef gefasst

US-Truppen nahmen an der Grenze zu Syrien auch den früheren irakischen Geheimdienstchef Faruk Hidschasi fest. Hidschasi, der nicht auf der US-Fahndungsliste stand, ist nach den Worten des früheren CIA-Direktors James Woolsey dennoch "ein großer Fang". Er sei an einer Reihe von Kontakten zum Terrornetzwerk El Kaida beteiligt gewesen, sagte Woolsey im Fernsehsender CNN. Angeblich soll Hidschasi auch Osama bin Laden getroffen haben.

Quelle: ntv.de