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Viele Tote auf den Philippinen Neuer Wirbelsturm naht

Nach dem verheerenden Tropensturm auf den Philippinen hat sich die Zahl der Toten und Vermissten auf mehr als 700 erhöht. Nach offiziellen Angaben von Mittwoch kamen bislang 447 Menschen ums Leben, 300 gelten als vermisst. Allein in der Provinz Quezon rissen Erdrutsche und Überflutungen 399 Bewohnen in den Städten Real, General Nakar und Infanta in den Tod. Der Nationale Rat für Katastrophenkoordinierung berichtete von weiteren 48 Opfern der verheerenden Unwetter in weiteren Provinzen.

Mit Windgeschwindigkeiten von rund 150 Kilometern pro Stunde näherte sich der Taifun "Nanmadol" der Region. "Wir hoffen, dass der Taifun seine Richtung ändert" sagte ein Sprecher des nationalen Wetterdienstes. Der Wirbelsturm wird am späten Donnerstag oder Freitag in der Region erwartet.

Starke Abholzung ist Ursache für Naturkatastrophen

Abholzung, hoher Siedlungsdruck und ungewöhnlich starker Regen haben nach Ansicht des Klima-Experten Karsten Smid die verheerenden Unwetterfolgen auf den Philippinen verursacht. Die heftigen und lang anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage sind Anzeichen des Klimawandels, sagte Smid von der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwoch in einem dpa- Gespräch.

Um von Erosion betroffene Hänge zu sichern, seien Maßnahmen gegen Abholzung nötig. „Außerdem sind Armutsbekämpfungsprogramme erforderlich. Den Menschen muss Land zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihre Hütten nicht in gefährdeten Regionen bauen“, sagte Smid. Die Region um die Hauptstadt Manila und Quezon sei mit 16 Millionen Menschen besonders dicht besiedelt. Auf den Philippinen lebten 267 Einwohner auf einem Quadratkilometer, in Deutschland sind es 230.

Auch Programme zur Aufforstungen müssten intensiv verfolgt werden. Auf den Philippinen sei mit Beginn der Kolonialzeit vor 400 Jahren viel Wald gerodet und Zuckerrohr angebaut worden. „Um solche erosionsgefährdeten Hänge wieder in eine stabile Situation zu bringen, braucht es allerdings Zeit“, sagte Smid. „Es dauert mindestens fünf Jahre bis sich erste Wurzeln gebildet haben, ein wirklicher Schutz ist eine Frage von mindestens zehn Jahren.“

Quelle: ntv.de