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Basel II, MiFID, SEPA Neues aus der Finanzbranche

Mit neuen Gesetzen und Auflagen setzt sich niemand gern auseinander -auch die Finanzbranche nicht. Gleich mehrere auf internationaler Ebene angesiedelte Mammutprojekte kommen in den nächsten Jahren auf die deutschen Banken und Finanzdienstleister zu. Sie verbergen sich hinter den merkwürdigen Abkürzungen Basel II, MiFID und SEPA.

BASEL II: Die neuen, weltweiten Eigenkapital-Regelungen bei der Kreditvergabe beschäftigen die Branche schon seit Jahren. Die Summe an eigenen Mitteln, die Banken zur Abfederung ausgefallener Kredite vorhalten müssen, orientiert sich künftig stärker an der Bonität ihrer Unternehmenskunden. Ist eine Firma besonders solide und damit kreditwürdig, muss sie auch weniger Zinsen zahlen. Notwendig ist dann eine Benotung -im Fachjargon Rating -der Firmenkunden. Intern müssen die Banken dafür aufwendige Umstellungen vornehmen. In einzelnen Stufen tritt Basel II ab Januar 2007 in Kraft. Allerdings wollen amerikanische Banken frühestens 2009 mitziehen.

MiFID: Diese EU-Richtlinie über "Märkte für Finanzinstrumente" soll ab Ende 2007 von allen Finanzdienstleistern umgesetzt werden. Sie dient dem Anlegerschutz, verlangt mehr Transparenz im Wertpapierhandel und die Ausführung von Aufträgen zu den für die Kunden günstigsten Bedingungen. "In dieser Interaktion mit den Kunden liegt der Großteil der Komplexität von MiFID", erläutert Stefan Jaecklin, Experte bei der Unternehmensberatung Mercer Oliver Wyman. Die Kosten etwa für neue Software können bei größeren Banken laut einer Untersuchung des E-Finance-Labs an der Universität Frankfurt im zweistelligen Millionenbereich liegen.

SEPA: Innerhalb Europas sind viele Bereiche des Lebens bereits vereinheitlicht -der Euro ist nur ein Beispiel. Bei elektronischen Zahlungsvorgängen herrschen hingegen noch unterschiedliche Standards. Eine Überweisung für einen Urlaub im Ferienhaus in Spanien kann daher teure Gebühren nach sich ziehen. Abhilfe soll ein einheitlicher Zahlungsraum unter dem Stichwort SEPA schaffen -eine weitere EU-Richtlinie, deren neue Instrumente wie etwa die Lastschrift ab 2008 angewendet und 2010 eine "kritische Masse" erreicht haben sollen. Zahlungen müssten dann am Ende des folgenden Werktags gutgeschrieben werden, was viele Banken für übertrieben halten.

Quelle: ntv.de