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IWF rügt Reformstau Noch kein Geld für Argentinien

(Reuters) - Argentinien hat nach den Worten von IWF-Chef Horst Köhler noch nicht alle Voraussetzungen für die Gewährung neuer Kredite erfüllt. Vier zentralen Forderungen des Fonds sei das südamerikanische Land bislang nicht nachgekommen, sagte Köhler am Freitag.

Der Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) bezeichnete ein Gespräch mit dem argentinischen Wirtschaftsminister Roberto Lavagna zugleich als produktiv. Beide Seiten träten in eine Phase aktiver Verhandlungen ein. In einer Erklärung des Fonds hieß es, die rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Wirtschaftskriminalität und der Reform des argentinischen Konkursrechtes seien zwar geklärt, doch stehe noch immer der Abschluss des Haushaltsrahmens und die Schaffung eines geldpolitischen Ankers aus, durch den die Entstehung einer Hyperinflation verhindert werden solle.

Zudem gebe es keine Lösung der Probleme des Bankensektors. Auch die Stärkung der Unabhängigkeit der Notenbank sei noch nicht umgesetzt. Der IWF machte keine Angaben dazu, wann eine neue Verhandlungsdelegation nach Buenos Aires reisen wird, um ein Programm abzuschließen, aus dem Argentinien neue Gelder bekommen könnte.

Argentinien steckt seit mehr als vier Jahren in einer tiefen Rezession. Nachdem die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas im Dezember 2001 die Zins- und Tilgungszahlungen auf die Staatsschulden von rund 140 Milliarden Dollar eingestellt hatte, blockierte der IWF die Freigabe weiterer Kredittranchen aus einem bestehenden Programm im Volumen von 22 Milliarden US-Dollar.

Quelle: n-tv.de