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Höheres Wachstum erst 2002 Nokia erfüllt Prognosen

Nokia hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres einen Pro-Forma-Gewinn vor Steuern von 1,166 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das bedeutet gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal einen Rückgang um rund 20 Prozent.

Wie das Unternehmen am Donnerstag bei der Bekanntgabe der Halbjahresbilanz in Helsinki mitteilte, lag der Gewinn je Aktie bei 0,17 Euro. Das entspricht einem Ergebnis am oberen Ende der Spanne von 0,15 bis 0,17 Euro je Aktie, die von Nokia im Zusammenhang mit der Gewinnwarnung vom 12. Juni genannt worden war. Damals hatte der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefonen seine Erwartungen sowohl für das Quartal als auch für das Gesamtjahr deutlich gesenkt.

Der Konzernumsatz des zweiten Quartals lag mit 7,346 Mrd. Euro um gut fünf Prozent über den im Vorjahreszeitraum erlösten 6,98 Mrd. Euro. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Vorsteuergewinn von rund 1,1 Mrd. Euro und einem Umsatz von rund 7,6 Mrd. Euro gerechnet.

Bezogen auf die ersten sechs Monate des Jahres verzeichnete Nokia beim Vorsteuerergebnis einen Rückgang um 5,6 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Der Umsatz legte um 13,6 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro zu.

Vorsichtiger Ausblick

Bei der Beurteilung der Geschäftsaussichten für die kommenden Monate bleiben die Finnen weiterhin vorsichtig. Vorstandschef Jormi Ollila sagte, Nokia habe die führende Marktposition behauptet und rechne "irgendwann im Jahr 2002" wieder mit höheren Wachstumsraten von 25 bis 35 Prozent.

Im laufenden dritten Quartal rechnet Nokia dagegen nur mit einem Umsatzwachstum zwischen null und fünf Prozent, der Gewinn je Aktie wird voraussichtlich bei 0,14 bis 0,16 Euro liegen. Im vierten Quartal soll es dann etwas besser werden, doch eine konkrete Prognose mochte das Unternehmen noch nicht nennen.

Nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen sagte Ollila während einer Telefonkonferenz mit Analysten, die europäische Handy-Nachfrage sei nach wie vor schwach. Der Preisdruck bei Mobiltelefonen bleibe wegen der hohen Lagerbestände auch im zweiten Halbjahr bestehen. Nokia werde jedoch nicht dem Beispiel einiger Konkurrenten folgen und die Geräte mit Verlust verkaufen. Das Unternehmen erwirtschaftet rund siebzig Prozent seiner Erlöse mit dem Verkauf von Mobiltelefonen.

Beim Netzwerk-Geschäft rechnet der Nokia-Chef für das Gesamtjahr 2001 mit einem moderaten Umsatzanstieg, allerdings stünden die Gewinnspannen bis zur Inbetriebnahme der Mobilfunknetze der dritten Generation (3G) weiter unter Druck. Mit den ersten Auswirkungen von 3G sei frühestens Mitte kommenden Jahres zu rechnen.

Quelle: n-tv.de

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