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Alle gegen den Yen Notenbanken intervenieren

Die Notenbanken Japans, der USA (Fed) und die Europäische Zentralbank EZB haben am Freitag an den internationalen Devisenmärkten zur Schwächung des Yen interveniert. Ziel dieser offenbar abgestimmten Aktion ist nach Einschätzung von Experten, möglichen Gefahren für die japanische Exportwirtschaft durch einen zu starken Yen entgegenzutreten.

Wie der stellvertretende japanische Finanzminister Haruhiko Kuroda in Tokio erklärte, habe die Bank of Japan (BoJ) in das Geschehen am Devisenmarkt eingegriffen, um den rapiden Kursanstieg des Yen aufzuhalten. Die EZB und die US-amerikanische Notenbank Fed hätten sich auf Bitten der japanischen Zentralbank an dem Markteingriff beteiligt. Die BoJ sagte allerdings nicht, welche Währung sie bei der Intervention gegen den Yen gekauft hat. "Wie immer können wir keine Stellungnahme abgeben, gegen welche Währung wir interveniert haben", hieß es.

Auch die EZB bestätigte die Intervention. "Ich kann bestätigen, dass die EZB Euro gegen Yen kauft", sagte ein Sprecher. Die Europäische Zentralbank greife im Auftrag der japanischen Notenbank ein, hieß es weiter. Die amerikanische und die englische Zentralbank lehnten dagegen eine Stellungnahme ab.

Während die Aktienmärkte keine Reaktion auf die Eingriffe zeigten, veränderten sich die Kurse der betroffenen Währungen deutlich. Der Euro fiel nach der Intervention wieder deutlich unter die Marke von 0,99 US-Dollar, nachdem sich die Gemeinschaftswährung kurz vor den Eingriffen der Parität zum US-Dollar genähert hatte. Der Kurs des Dollar hingegen zog unmittelbar nach der Intervention zum Yen und zum Euro deutlich an.

Analysten gehen davon aus, dass das Ziel der konzertierten Aktion der Notenbanken eine Stärkung des Dollar zum Yen ist. Ein Händler bemerkte zudem, dies sei der erste Fall, in dem die Fed und die EZB mit der japanischen Notenbank mitzögen.

Quelle: ntv.de

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