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Aktienoptionen für Topmanager Nur wenige sind richtig gut

Kasse machen mit Aktienoptionen: Seitdem Mercedes-Chef Eckhard Cordes seine Optionen in DaimlerChrysler-Papiere getauscht und diese dann mit viel Gewinn an der Börse verkauft hat, sind die Programme in die Kritik geraten.

"Es gibt nur wenig Programme, die richtig gut sind", sagt Rolf Drees von der Fondsgesellschaft Union Investment. Die meisten sollte es besser nicht gegeben, weil sie zu teuer seien. "Viele Optionspläne bei den Unternehmen sind überdimensioniert", meint der Experte.

Aktienoptionen ermöglichen Top-Managern den Kauf von Papieren ihres Unternehmens zu einem festgelegten Preis, wenn vereinbarte Ziele, beispielsweise ein bestimmter Aktienkurs erreicht sind. Die Pläne gelten als zusätzliche Motivation für die Manager, den Unternehmenswert zu steigern.

Die meisten im Dax notierten Unternehmen haben daher Aktienoptionen für die Topetage aufgelegt. Das Programm der Lufthansa bewertet Drees als eines der wenigen als positiv. Da müssten die Manager für jede Option ein hohes Eigeninvestment leisten. Denn: Die Begünstigten bekommen lediglich einen Rabatt von 20 Prozent auf die Lufthansa-Aktie, sie müssen also einen Anteil von 80 Prozent aus der eigenen Tasche bezahlen.

Damit sich die Aktie eines Unternehmens gut entwickelt, sind Optionsprogramme nach Einschätzung von Drees nicht unbedingt notwendig. Die Vorstände bekommen nach seinen Worten ein "ordentliches Grundgehalt", einen Bonus und dann noch oftmals die Optionen als zusätzliche Vergütung oben drauf. Die Optionsprogramme seien oftmals kompliziert formuliert und dadurch auch nur für Experten verständlich. Drees empfehlt die Rückbesinnung auf die "gute alte Belegschaftsaktie". Sie sei einfach handhabbar und der Besitzer sei auch am Risiko mitbeteiligt.

Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) meint, dass ein Großteil der variablen Vergütung von Spitzenmanagern nicht von Optionsprogrammen abhängen dürfe. Kurz spricht sich für eine Deckelung von Optionsplänen aus. Grundsätzlich lehnt der DSW-Vertreter die Programme zwar nicht ab. Aber: "Die Ziele müssen ambitioniert sein, sonst wird es den Leuten zu leicht gemacht."

Bei DaimlerChrysler habe die Aktie einen Kurssprung gemacht, weil ein erfolgloser Vorstandsvorsitzender gehe, kritisiert denn auch Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Das habe mit Management-Leistung nichts zu tun. Optionspläne seien generell ein "fragwürdiges Instrument".

Keitel spricht sich dafür aus, leistungsabhängige Vergütungsbestandteile nicht am Aktienkurs, sondern an anderen Kennziffern zu messen. Als Beispiele nennt die SdK-Vertreterin die Kapitalrendite eines Unternehmens oder das Ergebnis je Aktie.

Quelle: ntv.de