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"Verlässlichste Konjunkturstütze" Ökonom: Schwarzarbeit boomt

Schwarzarbeit ist eine wichtige Konjunkturstütze - diese Meinung vertritt der Ökonom Friedrich Schneider. Die von der Bundesregierung angestrengte Bekämpfung der illegalen Arbeit werde die Wirtschaft unter den derzeit herrschenden Rahmenbedingungen weiter abwürgen, prognostiziert der Schwarzarbeit-Experte in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Impulse".

Allein in diesem Jahr würden geschätzte 245 Mrd. Euro oder etwa 70 Prozent der mit Schwarzarbeit erzielten Umsätze wieder in die legale Wirtschaft zurückfließen. Dies sichere Arbeitsplätze und Steuern, so die Schlussfolgerung des Österreichers.

"Ein Großteil der Leistungen fließt wieder zurück in die legale Wirtschaft, etwa wenn ein Schwarzarbeiter sein Material im Baumarkt kauft", erklärte Schneider. Die Schattenarbeit werde im kommenden Jahr Deutschlands verlässlichste Konjunkturstütze sein. Nach Schneiders Prognosen wird sie im kommenden Jahr mindestens dreimal so stark wachsen wie die offizielle Wirtschaft, für die laut Herbstgutachten ein Wachstum von 1,4 Prozent vorhergesagt wird. Sie werde um mindestens 15 bis 20 Mrd. auf 365 bis 370 Mrd. Euro ansteigen.

Dennoch müsse die Schattenwirtschaft zurückgedrängt werden, erklärte der Ökonom: "Die Subventionierung der regulären durch die Schattenwirtschaft funktioniert nur so lange, wie ausreichend Steuern und Abgaben legal erwirtschaftet werde." Dieses Verhältnis sei aber längst aus den Fugen, erklärte Schneider. Die Aufstockung der 325-Euro-Jobs in Teilbereichen sei allerdings der falsche Weg. Ein Eindämmen der Schwarzarbeit sei nur möglich, wenn in allen Branchen, vor allem in der Gastronomie und im Handwerk, die 325-Euro-Grenze falle.

Quelle: ntv.de