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Nach Bushs Nahost-Rede Ölpreis stabilisiert sich

Politik und Wirtschaft hängen eng zusammen. Das beweist aktuell die Entwicklung des Ölpreises nach der Rede von US-Präsident George W. Bush zur Lage im Nahen Osten. "Die Stürme der Gewalt können nicht weitergehen. Genug ist genug", rief Bush zur Beendigung der Gewalt auf. Außerdem forderte er von Israel den Abzug aus den Palästinenser-Städten. Daraufhin sank der Ölpreis von seinem zuvor markierten Halbjahres-Hoch.

Die jüngste Eskalation der Ereignisse im Nahen Osten hat den Ölpreis in die Höhe schnellen lassn. Am Donnerstag kletterte der Preis für ein Barrel Öl im US-Handel auf mehr als 28 US-Dollar. Das war der höchste Stand seit sechs Monaten.

Damit liege der Ölpreis etwa sechs Dollar je Barrel höher als es das Verhältnis von Angebot und Nachfrage rechtfertige, schätzt Adam Sieminski von Deutsche Bank Securities ein.

Nach Meinung von OPEC-Generalsekretär Ali Rodriguez befinden sich Angebot und Nachfrage im Moment im Gleichgewicht. Daher könne die OPEC derzeit die Fördermenge nicht erhöhen, denn das würde zu einem neuen Preissturz führen.

Im Dezember 2001 hatte ein Barrel noch etwa 18 Dollar gekostet. Um den Preis zu stabilisieren, hatten Ende des Jahres die Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihre Ölfördermengen gesenkt. Auch Nicht-OPEC Staaten folgten dieser Entscheidung.

Anfang dieser Woche hatte nun der Irak die arabischen Staaten aufgerufen, durch eine Verknappung des Rohstoffes die Staaten zu bestrafen, die sich für Israel einsetzen. Auch der Iran wollte eine solche Maßnahme nicht ausschließen. Die Organisation Erdöl exportierender Länder sprach sich jedoch vehement gegen ein solches Vorgehen aus. Es komme überhaupt nicht in Frage, Erdöl als Waffe zu benutzen, hieß es.

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten kontrolliert rund zwei Drittel der weltweiten Ölexporte. Die OPEC strebt einen Ölpreis in der Spanne von 22 bis 28 Dollar je Barrel an.

Quelle: n-tv.de