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Trotz Nachschub Ölpreis steigt weiter

Vor dem Bericht der UN-Waffeninspektoren zum Stand der Untersuchungen im Irak ist der Ölpreis am Montag weiter angestiegen. Nachdem US-Verteidigungsminister Colin Powell bereits am Wochenende einen möglichen Alleingang der USA bekräftigt hatte, hat auch der britische Außenminister Jack Straw den Ton verschärft. Straws Äußerungen ("Die Zeit ist knapp"), der noch vor Kurzem von einer abnehmenden Kriegswahrscheinlichkeit gesprochen hatte, sorgte für Druck an der Londoner Energiebörse LEX.

Daran änderte auch die Erklärung Venezuelas, die Förderquoten wieder heraufzufahren, nichts. Das vom fast 60 Tage andauernden Streik gebeutelte Land hat die Erdölfördermenge nach eigenen Angaben wieder deutlich ausweiten können. Während Präsident Hugo Chavez, der mit dem Generalstreik zum Rücktritt bewegt werden soll, von 1,32 Mio. Barrel (1Barrel=159l) spricht, gibt die Opposition die Kapazität mit 986.000 bpd (barrel per day) an.

Die übliche Produktionsmenge des wichtigen Erdöllieferanten gibt die OPEC mit 2,8 Mio. Barrel pro Tag an. Venezuelas Energie-und Bergbaupräsident Rafael Ramirez erklärte, die Förderquoten würden sehr schnell wieder hochgefahren und stellte die Rückkehr zum normalen Produktionsniveau für den Anfang des zweiten Quartals in Aussicht.

Die Energieminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatten sich wegen des anhaltend hohen Ölpreisniveaus bereits am 12. Januar zu einer außerordentlichen Sitzung vor der regulären am 11. März getroffen. Dabei war es ihnen im Wesentlichen auf die Festlegung auf eine einheitliche Linie gegangen. Der Streik in Venezuela sowie der drohende Krieg gegen den Irak hatten den Ölpreis zunächst ansteigen lassen. Daraufhin hatte das Kartell erklärt, ein außerordentliches Treffen sei für eine Entscheidung zu den Förderquoten nicht notwendig, da die Vertreter der Mitgliedsländer per Telefon beraten würden.

Dann sickerte durch, dass das Nicht-Opec-Mitglied Russland bereit wäre, für ausbleibende Öllieferungen an die USA aus Venezuela oder den vom Krieg bedrohten Gebieten im Nahen Osten einzuspringen, was den Ölpreis wieder fallen ließ, zugleich aber am Einfluss der Opec kratzte. Der Opec gehören Algerien, Indonesien, Iran, Kuwait, Libya, Nigeria, Qatar, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Venezuela sowie der Irak an, der jedoch mit einem UN-Embargo belegt ist.

Quelle: ntv.de