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Europäische Mobilfunk-Allianz Orange will mitmachen

Orange will als vierter Anbieter der europäischen Mobilfunk-Allianz von T-Mobile, Telefonica Moviles und Telecom Italia Mobile beitreten. Dies kündigte Orange-Chef Solomon Trujillo an. "Wir kommen in eine neue Phase der Mobilfunk-Branche, die ein neues Wachstumsmodell erfordert", so der Chef der France Telecom-Tochter.

Damit wäre bei der neuen Mobilfunkkooperation neben Deutschland, Spanien und Italien nun auch Frankreich mit von der Partie. Anfang April hatten T-Mobile, Telefonica Mobiles und Telecom Italia Mobile die Allianz angekündigt, mit der der weltweite Marktführer Vodafone angegriffen werden soll. Schon damals hatten die Unternehmen erklärt, auch für weitere Kooperationspartner offen zu sein. Nun kann das Trio zu der gemeinsamen Kundenbasis von etwa 162 Mio. Kunden noch die 45 Mio. Kunden von Orange addieren. Der britische Weltmarktführer Vodafone hatte Ende 2002 rund 112 Mio. Kunden in seinem Netz.

Die Kooperation soll den Mobilfunkkunden künftig einen einheitlichen Service über die Landesgrenzen hinweg anbieten. Geplant sind vereinfachten Tarife und die Möglichkeit, Dienste unterwegs nutzen zu können. Dabei soll es eine Vielzahl von Angeboten wie dem Aufladen von Prepaid-Karten im Ausland, dem Versenden von Fotos über das Handy (MMS) oder der Nutzung des Kurznachrichten-Dienstes SMS mit den gleichen Kurzwahlnummern wie im Heimatland geben.

Gewinnwachstum in Sicht

Orange nutzte die Gelegenheit, um eine Gewinnprognose abzugeben. So soll von 2003 bis 2005 der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jährlich um 15 bis 17 Prozent steigen. Zudem sei man im Plan, um das angepeilte Umsatzwachstum von fünf Prozent in diesem Jahr zu erreichen und in den nächsten beiden Jahren zu beschleunigen, hieß es weiter. Der Konzern rechne darüber hinaus mit einer Steigerung des operativen Cash-Flows bis 2005 um jährlich 40 bis 45 Prozent und wolle so rund 14 Mrd. Euro generieren.

Analysten zeigten sich skeptisch und sprachen von ehrgeizigen Zielen. Schon länger herrschen in der Branche Zweifel, ob es der France Telecom-Tochter gelingen wird, langfristig den Wachstumskurs zu halten. 2002 hatte Orange netto rote Zahlen geschrieben, aber vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Gewinn von 5,15 Mrd. Euro ausgewiesen.

Quelle: ntv.de