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100. Auslandsreise Papst besucht Kroatien

Zum Auftakt seiner 100. Auslandsreise hat Papst Johannes Paul II. in Kroatien dazu aufgerufen, die Grauen des Balkan-Krieges zu überwinden. "Mögen die politischen und religiösen Führer nicht müde werden, die Wunden dieses grausamen Krieges zu heilen", sagte er bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Rijeka. Dabei gelte es auch, die "Folgen des Totalitarismus" zu überwinden. Zugleich äußerte der Kirchenführer die Hoffnung, dass Kroatien bald in die EU aufgenommen werde.

Die Tatsache, dass es sich um seinen 100. Auslandsbesuch seit Beginn seines Pontifikats vor bald 25 Jahren handelte, erwähnte der Papst nur kurz. Der 83-Jährige machte einen gesundheitlich vergleichsweise gefestigten Eindruck. Allerdings musste er wegen seiner Gehprobleme das Flugzeug auf einer Plattform verlassen. Bei seines fünftägigen Kroatien-Besuches zelebriert er unter anderem in Dubrovnik und Rijeka Messen und trifft mit der politischen Führung zusammen.

Theologen im Vatikan betonten, die Papstreisen in insgesamt 129 Länder der Erde hätten "das Zusammengehörigkeits-Gefühl der katholischen Weltkirche entscheidend gestärkt". Kritik etwa an den hohen Kosten der Besuche wurde zurückgewiesen. Italienische Journalisten feierten die Pilgerreisen als "historische Wende" in der Kirchengeschichte.

"Er hat den Menschen gezeigt, dass der authentische Glaube keine Angelegenheit der Vergangenheit ist", schreibt die römische Zeitung "La Repubblica". Drei Mal kam Karol Wojtyla auch nach Deutschland, wo es 1996 in Berlin aber auch Pfiffe und Demonstrationen gegen ihn gab. Vatikan-Statistiker errechneten, der Papst habe bei seinen Reisen fast 1,2 Millionen Kilometer zurückgelegt - drei Mal die Strecke zum Mond. Dabei habe er 2.399 Reden gehalten. Alles in allem habe er in den fast 25-Jahren seines Pontifikats den Vatikan für 575 Reisetage verlassen. "Es gab kein Jahr des Pontifikats, in dem der Heilige Vater nicht auf Reisen war." Zeitweise war er sogar sechs oder sieben Mal im Jahr unterwegs.

Wegen der angegriffenen Gesundheit des 83-Jährigen ist das Reiseprogramm in Kroatien stark eingeschränkt. Als Johannes Paul im Januar 1979, nur drei Monate nach seiner Wahl, die erste Auslandsreise unternahm (nach Mexiko und auf die Bahamas) hatte er mitunter täglich ein halbes Dutzend Termine. In Kroatien hat er an einigen Tagen als einzigen Programmpunkt eine Messe zu feiern.

Italienische Kommentatoren betonten, es sei vor allem die "Medien-Intuition des großen Kommunikators", die dazu führe, dass ihm immer wieder Millionen Menschen zujubeln. Sie verweisen auf seine großen Erfolge vor allem bei den "jungen Kirchen" in Afrika und Lateinamerika sowie auf die insgesamt acht Besuche in der polnischen Heimat.

"Obwohl der Papst kaum noch gehen kann, hat er weitere Reisepläne. Bereits am 22. Juni geht es in die serbische Stadt Banja Luka, im August will er in die Mongolei reisen, im September in die Slowakei. Doch auch der Papst war nicht überall: "Weiße Flecken" auf der Landkarte sind nach wie vor Russland, China und Vietnam.

Quelle: n-tv.de