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Drohanrufe am Geburtstag Personenschutz für Koch

Nach Drohanrufen bei Torwart Georg Koch vom Fußball-Zweitliga-Tabellenführer MSV Duisburg ist der Personenschutz für den 33-Jährigen verstärkt worden. "Der Schutz des Spielers wurde erhöht", sagte der MSV-Vorstandsvorsitzende Walter Hellmich auf einer vom Verein und Koch einberufenen Pressekonferenz am Dienstag in der Duisburger Arena.

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Fortuna Düsseldorf, des 1. FC Kaiserslautern und von Arminia Bielefeld bestätigte nochmals, dass ihm am letzten Spieltag der vergangenen Saison 20.000 Euro geboten worden seien, um die Zweitligabegegnung Cottbus gegen Regensburg zu manipulieren.

Damals stand der Keeper noch bei Energie Cottbus unter Vertrag. Koch hatte das Angebot jedoch entrüstet abgelehnt. Cottbus siegte am 34. Spieltag am 23. Mai 2004 3:0. Im Tor der Lausitzer stand damals allerdings Tomislav Piplica, weil sich Koch verletzt hatte.

Am vergangenen Donnerstag (3. Februar), seinem 33. Geburtstag, erhielt Koch, der 179 Bundesligapartien bestritt, allerdings einen Drohanruf. Er solle aufpassen, was er sage, sonst könne er etwas erleben, soll der anonyme Anrufer gesagt haben. Zwei Stunden später erfolgte wiederum ein Anruf mit einer ähnlich lautenden Drohung. "Ich habe sofort aufgelegt", berichtete Koch am Dienstag in der knapp halbstündigen Pressekonferenz.

Vor dem Punktspiel der Duisburger am vergangenen Freitag gegen Rot-Weiß Oberhausen (4:1) wollte er keine Unruhe in die Mannschaft bringen, deshalb habe er die Drohungen zunächst für sich behalten. Koch: "Ich wollte den Verein und die Mannschaft nicht belasten." Danach habe er selbst die Presse informiert. Am Sonntag informierte er DFB-Pressechef Harald Stenger über den Vorfall.

Mittlerweile wird Koch von Rechtsanwalt Thomas Blatt vertreten. Dieser will der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Berlin mitteilen, wie der genaue Ablauf des Bestechungsversuchs gewesen sei. "Im ersten Moment habe ich gedacht, es wolle mich jemand verarschen", sagte Koch, "ich hätte nie gedacht, dass es so etwas im Fußball gibt."

Hellmich attestierte seinem Schlussmann ein "gewisses Maß an Zivilcourage". Er sei fest davon überzeugt, dass Koch nichts mit dem Wett- und Manipulationsskandal zu tun habe. Der MSV sei jetzt durch insgesamt vier Fälle - mittel- oder unmittelbar - von der Affäre betroffen, habe aber mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Hellmich wünschte sich, dass möglichst schnell wieder Ruhe bei den Meiderichern einkehre, denn "wir wollen aufsteigen, das ist unser Ziel". Koch kündigte an, für weitere Interviews nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Quelle: ntv.de