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US-Quartalsberichte Pharmaumsätze sinken

In den USA legten am Donnerstag wieder zahlreiche Unternehmen ihre Bücher offen. Den Anfang machte Schering-Plough. Es folgten der Telekomkonzern AT&T, das Pharmaunternehmen Eli Lilly und Mc Donalds. Nach Börsenschluss berichteten Amazon, JDS Uniphase, Corning, Amgen und der kanadische Telekomausrüster Nortel.

Der US-Pharmakonzern Schering-Plough hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit einem gesunkenen Absatz des Allergie-Medikaments Claritin. Claritin ist sei Dezember in den USA rezeptfrei erhältlich und kostet nur noch ein Drittel des vorherigen Preises. Die Umsätze beliefen sich auf drei Mrd. Dollar im Jahr.

Schering Plough hat dennoch hat mit einem Gewinn je Aktie von 29 Cent die Analystenerwartungen um einen Cent übertroffen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Kenilworth mit. Der Reingewinn belief sich auf 428 Mio. Dollar. Der Umsatz sank den Angaben nach um vier Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar.

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Co. hat den Gewinn im vergangenen Quartal dank starker Umsätze mit seinen wichtigsten Medikamenten um rund 25 Prozent gesteigert. Die Ergebnisprognose des Unternehmens für das laufende Jahr liegt allerdings unter den Analystenerwartungen.

Der Quartalsgewinn sei auf 736 Mio. Dollar oder 0,68 Dollar je Aktie gestiegen von 575 Mio. Dollar vor einem Jahr, teilte das in Indianapolis ansässige Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz kletterte vor allem wegen starker Zuwächse beim Schizophrenie-Medikament Zyprexa und dem Osteoporose-Mittel Evista um sechs Prozent auf drei Mrd. Dollar. Eli Lilly hatte im Oktober seine Ergebnisprognose für das vierte Quartal auf 0,68 bis 0,70 Dollar je Aktie gesenkt. Analysten hatten bis dahin 0,72 Dollar erwartet.

Der Konzern kündigte an, sein umsatzstarkes Medikament Zyprexa werde wohl bald Marktanteile verlieren, nachdem Bristol-Myers Squibb jüngst mit Abilify ein Konkurrenzprodukt auf den Markt gebracht hatte.

Der US-Telekomkonzern AT&T hat im abgelaufenen Quartal nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Gewinn habe 516 Mio. Dollar oder 0,66 Dollar je Aktie betragen nach einem Fehlbetrag von 1,39 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor, teilte der größte US-Anbieter von Ferngesprächen am Donnerstag mit. Der Quartalsumsatz fiel binnen Jahresfrist um 8,6 Prozent auf 9,3 Mrd. Dollar.

Das Unternehmen wird im Jahr 2003 weiter profitabel sein. Das sagte Finanzvorstand Tom Horton am Donnerstag in einem Interview mit CNBC. Horton räumte zugleich ein, dass AT&T ebenso wie der Telekommarkt insgesamt unter einem anhaltenden Preisdruck stehe. Für das erste Quartal 2003 rechnet das Unternehmen mit einem Ergebnis von 0,50 bis 0,55 Dollar je Aktie und bleibt damit unterhalb der Analystenprognose von 0,69 Dollar je Aktie. Der Umsatzrückgang werde 2003 jedoch geringer ausfallen als im abgelaufenen Jahr, hieß es.

Bei Amazon.com klingelten im vierten Quartal kräftig die Kassen und bescherten dem weltgrößten Online-Einzelhändler den zweiten Gewinn in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar und sorgte damit für einen Gewinn von drei Mio. Dollar oder ein Cent je Aktie. Im Vorjahr hatte Amazon mit fünf Mio. Dollar den ersten Gewinn in der Unternehmensgeschichte verbucht.

Der Jahresumsatz stieg um 26 Prozent auf 3,9 Mrd. Dollar. Damit verringerte sich der Verlust im Gesamtjahr 2002 von 567,2 Mio. Dollar im Vorjahr auf 149,1 Mio. Dollar. Für das erste Quartal 2003 rechnen die Internet-Händler mit einem Umsatz zwischen 1,025 und 1,075 Mrd. Dollar. Dies wäre im Vorjahresvergleich ein Plus von 21 bis 27 Prozent. Der Jahresumsatz soll um mehr als 15 Prozent steigen.

JDS Uniphase hat im zweiten Quartal zwar weniger umgesetzt, konnte aber dennoch den Verlust verringern. Dank der Kostensenkungsmaßnahmen betrage der Verlust nur 215 Mio. US-Dollar oder 0,15 Dollar je Aktie, teilte das kanadische Unternehmen mit. Vor Sonderposten liege der Fehlbetrag bei 185 Mio. Dollar oder 0,13 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal zum 31. Dezember 2001 war noch ein Nettoverlust von 2,1 Mrd. Dollar verzeichnet worden. Der Nettoumsatz sank von 193 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf 157 Mio. Dollar.

Die Kostensenkungsmaßnahmen gehen weiter. So soll der Stellenabbau weiter vorangetrieben werden. Bislang sind noch 7.000 Mitarbeiter bei JDS Uniphase beschäftigt. Im laufenden dritten Geschäftsquartal erwartet JDS einen Umsatz von 155 Mio. bis 165 Mio. Dollar sowie einen Verlust von drei bis fünf Cent je Aktie.

Die Investitionsschwäche der Telekom-Branche hat den weltgrößten Glasfaserhersteller Corning im abgelaufenen vierten Quartal erneut in die Verlustzone getrieben. Der Nettoverlust betrug 709 Mio. Dollar oder 60 Cent je Aktie.

Im Vorjahresquartal hatte Corning einen Verlust von 656 Mio. Dollar oder 69 Cent je Aktie verbucht. Unternehmenschef James R. Houghton zeigte sich mit den Zahlen dennoch zufrieden. Corning habe seine Ziele im vierten Quartal erreicht, so Houghton. Ein bedeutender Teil der angekündigten Restrukturierung sei bereits abgeschlossen und weitere Unternehmensteile seien verkauft worden. "Wir denken, dass diese Maßnahmen wichtige Bausteine auf dem Weg zu unserem Ziel sind, die Profitabilität in 2003 zu erreichen", so der Unternehmenschef. Am 07. Februar will der Konzern einen Prognose zum laufenden Quartal abgeben.

Auch der kanadische Telekomausrüster Nortel leidet unter der Branchenflaute, konnte die Verluste im vierten Quartal jedoch spürbar eindämmen. Wie der Konzern mitteilte, betrug der Fehlbetrag 248 Mio. US-Dollar oder 0,06 Dollar je Aktie nach 1,8 Mrd. Dollar Verlust im Jahr zuvor. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich von 3,5 Mrd. Dollar auf 2,5 Mrd. Dollar.

Der verringerte Verlust macht Nortel zuversichtlich im zweiten Quartal 2003 vor Sonderposten die Gewinnschwelle zu erreichen. In den vergangenen Quartalen hatte Nortel tausende Stellen gestrichen, Werke geschlossen und unprofitable Produktlinien eingestellt, um wieder rentabel zu werden.

Dank eines kräftigen Umsatzplus konnte der weltgrößte Biotechnologiekonzern Amgen seinen Gewinn im abgelaufenen vierten Quartal fast verdreifachen. Wie der Konzern mitteilte, stieg der Reingewinn von 163 Mio. Dollar oder 15 Cent je Aktie auf 456,4 Mio. Dollar. Damit lag Amgen jedoch knapp unterhalb dem von Analysten im Durchschnitt prognostizierten Gewinn je Aktie von 35 Cent. Der Umsatz kletterte um 66 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar.

Quelle: n-tv.de