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Freie Versicherungswahl für alle Private Versicherer laufen Sturm

Wer jung ist, alleinstehend und gut verdient, der versichert sich gerne bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV). Die ist relativ preiswert und bietet gute Leistungen. Mit der von SPD und Grünen angepeilten Bürgerversicherung sollen diese Unterschiede zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgehoben werden: Beide Kassenarten sollen zu gleichen Wettbewerbsbedingungen gegeneinander antreten. Die Vorzugsbehandlung von Jungen und Besserverdienern soll fallen. Das gewohnte PKV-System würde damit völlig umgekrempelt, letztlich sogar beerdigt.

Durch die Bürgerversicherung würde die Versicherungspflichtgrenze von bisher 3.862,50 Euro im Monat (brutto) aufgegeben: An dieser Trennungslinie entscheidet sich bisher, wer Privatpatient ist oder Zwangsmitglied der GKV. Diese Unterscheidung betrachten die Verfechter der Bürgerversicherung als sozialpolitischen Sündenfall. Sie verweisen darauf, dass sich Gutverdiener oder Vermögende als PKV- Mitglieder der solidarischen Finanzierung des Gesundheitssystems entziehen. Dies soll die Bürgerversicherung ändern. Die PKV läuft dagegen Sturm und warnt vor dem "Weg in die Einheitskasse".

Die PKV kann sich - oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze - ihre Mitglieder aussuchen: Wer viele Vorerkrankungen hat, den kann sie ablehnen oder nur mit hohen Risikozuschlägen versichern. Mit der Bürgerversicherung käme jedoch der so genannte Kontrahierungszwang oder die "freie Kassenwahl" für den Bürger. Jede Kasse muss jeden nehmen, und zwar ohne Risikoprüfung und -aufschläge beim Basisschutz. Dies würde die an Risiko und Alter ausgerichteten Grundsätze der PKV-Versicherungsmathematik auf den Kopf stellen.

Da mit Einführung der Bürgerversicherung der "Nachschub" an jungen Gutverdienern bei der PKV ins Stocken geriete, müssten die Tarife für den "Versichertenbestand" aller Voraussicht nach deutlich steigen. In der Mischkalkulation der Versicherer fehlten die Beitragszahlungen der "guten Risiken". "Gut" deshalb, weil sie kaum Leistungen in Anspruch nehmen. In der umlagenfinanzierten Bürgerversicherung werden - anders als in der PKV - auch keine Altersrückstellungen gebildet. Damit seien demographisch bedingte drastische Beitragssteigerungen unausweichlich, meinen PKV-Experten. Die ist relativ preiswert und bietet gute Leistungen. Mit der von SPD und Grünen angepeilten Bürgerversicherung sollen diese Unterschiede zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgehoben werden: Beide Kassenarten sollen zu gleichen Wettbewerbsbedingungen gegeneinander antreten. Die Vorzugsbehandlung von Jungen und Besserverdienern soll fallen. Das gewohnte PKV-System würde damit völlig umgekrempelt, letztlich sogar beerdigt.

Quelle: n-tv.de