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Werbeflaute schlägt durch ProSiebenSat1-Gewinn sinkt

Lange Gesichter beim TV-Konzern ProSiebenSAT.1. Während das Tauziehen um die Zukunft des insolventen Mutterschiffs KirchMedia in vollem Gange ist, präsentiert die Senderfamilie einen massiven Einbruch des Gewinns im 1. Quartal. Durch die Werbeflaute rechnet das Unternehmen erst Ende des laufenden Jahres mit einer Markterholung.

Das Konzernergebnis brach um mehr als zwei Drittel auf 8,5 Mio. Euro ein, im Vorjahr konnte die Sendergruppe noch 28,6 Mio. Euro verdienen. Der Umsatz fiel auf 489,3 Mio. Euro von zuvor 513,7 Mio. Euro.

"Das schwache Marktumfeld hat auf unsere Geschäftsentwicklung durchgeschlagen", sagte Vorstandschef Urs Rohner am Montag in München. Mit einer baldigen Besserung rechnet der Konzern nicht. "Bestenfalls wird der Fernsehwerbemarkt am Ende des Jahres ein Nullwachstum aufweisen, schlimmstenfalls kann es ein Minus von bis zu fünf Prozent geben", sagte Rohner. Bereits im vergangenen Jahr waren Umsatz und Ergebnis des Unternehmens zurückgegangen.

Nun will der Konzern Kosten sparen. Marketing- und Programmkosten sowie alle weiteren Aktivitäten würden überprüft, hieß es. Wie bereits im Vorjahr werde die Zahl der Mitarbeiter auch in diesem Jahr um rund 8 Prozent sinken. Spekulationen über einen möglichen Verkauf des defizitären Nachrichtenkanals N24 dementierte der Konzern.

Für Analysten sind die schlechten Zahlen ein Beleg dafür, dass auf dem schwierigen Werbemarkt noch keine Trendwende zu erkennen sei. Es bleibe nun abzuwarten, ob die Fußball-WM die Ertragslage verbessere, sagte Oliver Rupprecht von M.M.Warburg. Das Ziel, ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau zu erreichen, setze voraus, dass sich der Markt im vierten Quartal deutlich bessere.

Quelle: n-tv.de

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