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Frist für Ackermann Prozessauftakt erst 2004?

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank hat offenbar ausreichend Zeit, um sich auf den Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf vorzubereiten. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht zwar noch nicht fest, Beobachter rechnen jedoch frühestens Anfang 2004 mit einer Eröffnung des Verfahrens.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat unterdessen dementiert, dass sie Josef Ackermann einer besonderen Beobachtung unterzogen hat. Die Behörde prüfe nicht, ob Ackermann die Bank während des Prozesses mit der gesetzlich verlangten Sorgfaltspflicht weiter führen kann, hieß es. Dazu bestehe aus Sicht der BaFin auch kein Anlass, erklärte eine Sprecherin der Behörde.

Die deutsche Bankenaufsicht habe zwar die Zulassung der Anklage im Rahmen ihrer aufsichtsrechtlichen Tätigkeit geprüft. Sonderprüfungen Ackermanns habe es jedoch nicht gegeben.

Der Vorstandschef der größten deutschen Bank lehnt einen Rücktritt von seinem Posten als Vorstandschef der Deutschen Bank weiterhin ab. „Herr Ackermann denkt nicht an Rücktritt“, erklärte ein Sprecher des Instituts am Wochenende. Der wegen Untreue im Fall Mannesmann angeklagte Manager verwies am Sonntag vor Journalisten auf eine von der Deutschen Bank abgegebene Erklärung. Darin hatten die Gremien dem Vorstandssprecher attestiert, dass er sich „jederzeit korrekt und sachgerecht verhalten habe“. Die Anklage wurde als unbegründet bezeichnet.

Am Freitag hatte das Landgericht Düsseldorf die Anklage gegen Ackermann und fünf weitere Beteiligte zugelassen. Neben dem Vorstandschef der Deutschen Bank sind der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser, Ex-IG-Metall-Vorsitzender Klaus Zwickel, Betriebsratschef Jürgen Landberg, der frühere Aufsichtsratschef Joachim Funk und Dietmar Droste, ehemaliger Mitarbeiter der Direktionsabteilung, wegen schwerer Untreue angeklagt. Sie sollen mit der Genehmigung überhöhter Abfindungszahlungen und Boni an frühere Mannesmann-Manager im Zusammenhang mit der Übernahme durch Vodafone dem Unternehmen schwer geschadet haben. Allein Ex-Vorstandschef Esser hatte umgerechnet rund 30 Mio. Euro als Abfindung eingestrichen.

Quelle: n-tv.de