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Trauung im Rathaus Queen sehr verärgert

Queen Elizabeth II. ist offenbar ganz und gar nicht begeistert über die Verlegung der Hochzeit von Thronfolger Prinz Charles und seiner Verlobten Camilla Parker Bowles. Die britische Königin sei "fuchsteufelswild", weil die Trauung nicht mehr wie geplant in Schloss Windsor, sondern im Rathaus von Windsor stattfinden soll, berichtete die britische Boulevardzeitung "Sun".

Königin Elizabeth II. (78) ist demnach stinksauer, dass ihr Sohn nun wie ein ganz normaler Bürger aufs Amt kommen muss. Dadurch werde "der Monarchie der letzte Rest von Geheimnis geraubt", der ihr nach den Skandalen der vergangenen 20 Jahre noch geblieben sei, wurde eine Quelle bei Hofe zitiert. Die Zeremonie war aus rechtlichen Gründen in das Rathaus verlegt worden, nachdem der Hof festgestellt hatte, dass Schloss Windsor für die Trauung eine spezielle Lizenz benötigen würde. Die gäbe es aber nur, wenn dann mindestens drei Jahre lang auch jeder andere auf dem Schloss heiraten könnte. Dafür wiederum müsste die größte bewohnte Burganlage Europas kostspielig umgebaut werden.

Höflinge bezeichneten die Verlegung als "Fiasko" und "Fehler katastrophalen Ausmaßes". Vor allem der Schutz der Hochzeitsgesellschaft wird nun viel schwieriger, da die Zeremonie nicht mehr hinter dicken Burgmauern stattfindet, sondern mitten im Stadtzentrum. In dem Saal des Standesamtes haben auch höchstens 100 der erwarteten 700 Hochzeitsgäste Platz. Kurioserweise wurde das Rathaus von Sir Christopher Wren (1632-1723) entworfen, dem Erbauer der St. Paul's- Kathedrale, in der Charles 1981 seine erste Frau Diana geheiratet hatte.

Die Sprecher von Charles versuchten, das Ganze herunterzuspielen. Eine Trauung im Rathaus habe den Vorteil, dass die Öffentlichkeit die An- und Abfahrt des Paares besser beobachten könne, sagten sie.

Die britische Königin sei außerdem "verstimmt", weil der britische Premierminister Tony Blair dem 8. April als Hochzeitstermin zugestimmt habe. Dies sei weniger als ein Monat vor den Parlamentswahlen am 5. Mai. Weil politische Nachrichten von der Trauung voraussichtlich zeitweise komplett überlagert würden, sei dies in den Augen der Queen eine Benachteiligung der oppositionellen Konservativen und Liberalen, berichtete die "Sun" weiter.

Wenigstens etwas in den Vorbereitungen läuft planmäßig. Die Londoner Modeschöpferinnen Antonia Robinson und Anna Valentine sind von Camilla mit dem Entwurf ihres Brautkleides beauftragt worden. Sie sind schon seit vier Jahren für die Freundin des Thronfolgers tätig: Damals wurde erstmals versucht, ihr herbes Äußeres etwas "weicher" erscheinen zu lassen. Die beiden Schneiderinnen arbeiten unter dem Namen Robinson Valentine und sind lediglich "in besseren Kreisen " bekannt.

Quelle: n-tv.de