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Kein Grund zur Panik Rezessionsängste noch verfrüht

Auch wenn in ersten Reaktionen Stimmen laut wurden, es werde zu einer Rezession in den USA und in der ganzen Welt kommen, gibt es andere Experten, die vorerst noch keinen Grund zur Panik erkennen können.

Ulrich Fritsche vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagte gegenüber n-tv.de, er sehe noch keine Anzeichen für einen dauerhaften Abschwung. Es komme zum einen darauf an, dass die Zentralbanken genügend Liquidität in den Markt pumpen, um zu verhindern, dass größere Aktienverkäufe zu einem Kurssturz führen.

Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Rat der Europäischen Finanzminister haben bereits angekündigt alles zu tun, um das Funktionieren der Finanzmärkte zu sichern Fritsche sieht aber auch den Spielraum für weitere Zinssenkungen. "Wir halten die Zinsen in Europa sowieso für zu hoch", sagte Fritsche.

"Von der Entwicklung des Ölpreises hängt natürlich eine ganz Menge ab", sagte Fritsche weiter. Aber auch da habe aber die OPEC bereits versichert, sie werde gegebenenfalls die Fördermengen erhöhen, um den Ölpreis zu stützen.

Genaues kann man laut Fritsche auch erst sagen, wenn die Reaktion der USA auf die Anschläge feststeht. Der Wechselkurs des Dollars sei natürlich ein sensibler Indikator für das Vertrauen der Investoren in die US-Wirtschaft. "Wechselkurse reagieren in der Regel sehr schnell", sagte Fritsche. Der Dollarkurs habe sich aber bisher noch kaum verändert.

Ähnlich wie Fritsche äußerte sich Hans-Werner Sinn, Chef des Ifo-Instituts in München. Er glaubt nicht an eine Rezession, die errwartete Trendwende in den USA werde sich aber verzögern. Laut Rüdiger Pohl, Vorsitzender des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) ist die Gefahr einer Rezession nach den Anschlägen gestiegen. Er verwies auf die zu erwartende Erschütterung des Verbrauchervertrauens in den USA hin, davon hänge alles ab.

Quelle: ntv.de