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Tourismus sieht rot Rückläufige Besucherzahlen

Die deutsche Touristikbranche leidet unter der schwachen Inlandsnachfrage. Und das trotz steigender Besucherzahlen aus dem Ausland.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rechnet 2003 mit einem Prozent mehr ausländischen Touristen und Geschäftsleuten. Deutsche entscheiden sich allerdings mehr und mehr gegen das Urlaubsland Deutschland. Dadurch entstehe 2003 voraussichtlich ein Besucher-Minus von 0,5 Prozent. Die Nachfrage aus dem Ausland ist trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen Wachstumsmotor für den Deutschland-Tourismus, sagte DZT-Vorstandsvorsitzende Petra Hedorfer in Frankfurt.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres verzeichnete die Touristik-Wirtschaft ein Besucher-Minus von 1,3 Prozent. Die Zahl deutscher Gäste sank um 1,6 Prozent. Dagegen übernachteten 0,4 Prozent mehr ausländische Besucher in Hotels, Pensionen oder auf Campingplätzen. Etwa jeder zehnte Tourist oder Geschäftsreisende kommt aus dem Ausland.

Deutschland-Aufenthalte sind in Europa, Asien und im Nahen Osten verstärkt gefragt. Aus Westeuropa kamen zwischen Januar und August 2,6 Prozent mehr Touristen und Geschäftsleute. Sieben von zehn ausländischen Gästen reisen aus Europa ein. Der Tourismus-Verband erwartet durch die Erweiterung der Europäischen Union neue Wachstumschancen durch Besucher aus Osteuropa.

6,3 Prozent weniger Menschen kamen aus Übersee. Japan (minus 15 Prozent) und China (minus 10 Prozent) liegen an der Spitze dieser roten Liste. Dies liege vor allem am Ausbruch der Lungenkrankheit Sars. Das Minus von 8,6 Prozent aus den USA hat sicherlich auch eine politische Komponente. Auch nach Frankreich fahren weniger Amerikaner, sagte Hedorfer mit Verweis auf den Irak-Krieg.

Reise-Buchungen per Internet werden beliebter

Die Zahl der Online-Buchungen stieg zwischen 2000 und 2002 um 83 Prozent auf jährlich 2,1 Millionen. Das ist jeder 150. Deutschland-Aufenthalt. Ausländische Touristen und Geschäftsreisende besuchen laut Statistischem Bundesamt während ihrer Deutschland-Aufenthalte vor allem die großen Städte, die Deutschen zieht es in die kleinen Gemeinden. Die Hälfte aller ausländischen Gäste übernachteten im vergangenen Jahr in Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern.

Jeder zweite deutsche Gast schlief dagegen in Städten mit weniger als zehntausend Einwohnern, jeder Fünfte in einer Großstadt.

Quelle: ntv.de