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Sparen bei Pro7Sat1-Kauf Saban stellt BAFin-Antrag

Der US-Investor Haim Saban will sich von der Finanzaufsichtsbehörde BAFin von der Pflicht für ein Übernahmeangebot an die außen stehenden Aktionäre der ProSiebenSat.1 befreien lassen. Ein entsprechender Antrag liege der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) vor, bestätigte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag.

Saban plädiere darin, die Senderfamilie ProSiebenSat.1, deren Kontrolle er von der insolventen KirchMedia übernehmen will, sei ein Sanierungsfall. Deshalb entfalle die Pflicht für ein Kaufangebot an alle Aktionäre. Eine solche Offerte könnte Saban nämlich mehrere hundert Millionen Euro zusätzlich kosten. Eine Sprecherin des US-Medienunternehmers lehnte einen Kommentar ab.

Eine Frist für eine Entscheidung gebe es nicht, sagte die BAFin-Sprecherin. Diese könne in den nächsten zwei oder drei Wochen fallen.

BAFin muss Einzelfall prüfen

Saban hatte Anfang März den Zuschlag für 72 Prozent der Stammaktien (entspricht 36 Prozent des Grundkapitals) an Deutschlands größtem TV-Konzern erhalten und bezahlt nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen 525 Mio. Euro.

Nach dem seit etwa einem Jahr geltenden Übernahmegesetz sind Unternehmen, die mindestens 30 Prozent der Anteile an einer Firma erwerben, zu einem Abfindungsangebot an die übrigen Aktionäre verpflichtet. Bereits im März war aus Anwaltskreisen verlautet, Saban prüfe Möglichkeiten, ein solches Angebot zu umgehen.

Eine Ausnahme zu dem Pflichtangebot gibt es zum Beispiel, wenn die erworbene Firma ein Sanierungsfall ist. Bei ProSiebenSat.1 ist das nicht einfach zu entscheiden. Die Münchener Privatsendergruppe erwartet im ersten Quartal wegen der Krise auf dem Werbemarkt zwar rote Zahlen, im Gesamtjahr aber wieder Gewinne.

"Es ist Sache des Antragstellers zu belegen, ob etwa ein Sanierungsfall vorliegt ", sagte die BAFin-Sprecherin. Es gebe keine feste Regeln, wann eine Firma ein Sanierungsfall sei. "Der Bestand des Unternehmens muss gefährdet sein. Das muss noch nicht die Insolvenz bedeuten, es kann auch sein, dass die Kündigung von Kreditlinien droht."

Quelle: n-tv.de

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