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Zehn Schwerverletzte Schiffsunglück auf dem Rhein

Bei einem Schiffsunglück auf dem Rhein in der Nähe der Loreley sind am Sonntag nach Angaben der Polizei 50 Menschen verletzt worden, davon zehn schwer.

Das Ausflugsschiff "Loreley" der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt AG sei am Mittag bei Niedrigwasser auf Grund gelaufen und manovrierunfähig gegen einen Felsen geprallt. Durch den heftigen Aufprall wurden 50 Passagiere verletzt. Die Unglücksstelle liegt auf der linken Rheinseite, genau gegenüber des von vielen Touristen besuchten sagenumwobenen Loreley-Felsens.

Die "Loreley" hatte 349 Menschen an Bord, es ist für 600 Personen zugelassen. Das Schiff, das rheinabwärts in Richtung Koblenz fuhr, berührte zwischen Bingen und Koblenz bei St. Goar den Grund. An der Stelle war das Wasser nur noch 1,38 Meter tief, das Schiff hatte einen Tiefgang von 1,24 Metern, berichtete die Polizei. Beide Antriebsschrauben brachen ab, so dass das Schiff nicht mehr manövrierfähig war. Es trieb etwa 500 Meter weit nach links ab und prallte gegen gegen die Felsen.

Die "Loreley" war auch nach dem Aufprall noch schwimmfähig, die Felsen hatten offenbar kein Leck gerissen. Am Nachmittag zogen Schlepper der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung das Schiff rheinabwärts in einen Hafen. Danach sollte der Rhein nach den Schrauben abgesucht werden. Sie sollten geborgen werden, damit sie keine weiteren Schiffe beschädigen können.

Die Schifffahrt zwischen Bingen und Boppard wurde unterbrochen und wurde erst am späten Nachmittag rheinabwärts wieder freigegeben. Auch die Bundesstraße B 9 war während der Bergung zwischen St. Goar und Oberwesel gesperrt.

Neue Rekord-Tiefststände befürchtet

Nach Angaben des Schifffahrtsamtes sinkt der Rhein immer neuen Rekord-Tiefständen entgegen. "Ohne ergiebigen Regen werden die Pegelstände an nahezu allen Mess-Stationen in Nordrhein-Westfalen bis spätestens Montag auf historische Tiefstwerte fallen", sagte Hans-Achim Theelen vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg. Bereits am Samstagmittag waren an den Pegeln Düsseldorf (42 Zentimeter), Rees (65) Emmerich (32) und Wesel (113) Werte weit unter den bisherigen Tiefstständen von 1991 beziehungsweise 1947 erreicht worden.

Quelle: ntv.de