Archiv

Patient Chipbranche Schleppende Genesung

Die krisengeschüttelte Chipbranche wartet seit Monaten auf eine Erholung, doch diese scheint nach wie vor noch nicht in Sicht zu sein. Das verwundert angesichts steigender Arbeitslosenzahlen und der weltweiten Konjunktur- und Börsenschwäche niemanden.

So mancher mag sich sehnsüchtig an das Jahr 1999 zurück erinnern. Damals verzeichnete die Computer-Industrie mit einem Zuwachs um 47,2 Prozent im Jahresvergleich einen ungebrochenen Rekord. Ein Jahr später wurden immer noch Steigerungsraten von 26,6 Prozent erzielt. Seitdem wartet die Branche auf eine Besserung der Lage, aber auch vonseiten der Marktforscher wird ihr kein Mut gemacht.

Das US-Marktforschungsinstitut International Data Corporation schraubte Anfang September seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr zurück. Den Schätzungen zufolge dürften in 2002 weltweit rund 135,5 Millionen Computer verkauft werden. Das wäre ein Anstieg um 1,1 Prozent. Zuvor waren die Forscher von einem Anstieg um 4,7 Prozent ausgegangen. Auch die Aussichten für das kommende Jahr wurden angepasst. Nach 11,1 Prozent wird nur noch ein Plus von 8,4 Prozent erwartet.

Intel bleibt Weihnachts-Prognose schuldig

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat sich ebenfalls am Montag mit neuen Prognosen zu Wort gemeldet. Und diese lassen nichts Gutes erwarten. Der Absatz von Personalcomputern bleibe weiterhin schwach, erklärte Konzernchef Paul Otellini am Montagabend vor Journalisten in New York. Eine Erholung sei unwahrscheinlich, bis sich das Vertrauen der Verbraucher verbessert habe. Der PC-Markt habe bislang keine Anzeichen einer Erholung gezeigt.

„Die Branche leidet immer noch unter einer Reihe von Sorgen“, sagte Otellini und verwies in diesem Zusammenhang auf Arbeitsplatzunsicherheit und schwache Aktienmärkte. Lediglich die Umsätze in der Asien-Pazifik-Region hätten das Geschäft während des Abschwungs gestützt und würden dies wohl auch weiter tun. Eine Prognose für das Weihnachtsgeschäft blieb Otellini den Journalisten schuldig.

Im Juli hatte Intel für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinneinbruch gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Nettogewinn von 446 auf 196 Mio. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 0,09 Dollar. Analysten hatten mit 0,11 US-Dollar gerechnet. Gleichzeitig wurde ein umfangreicher Stellenabbau gestartet. 4.000 Arbeitsplätze werden gestrichen.

In dieser Woche werden die US-Softwarehersteller Oracle und Adobe Systems ihre Quartalszahlen vorlegen. Für die vorherigen Berichtsquartale hatten beide Konzerne einen Gewinnrückgang gemeldet. Adobe hatte für die zweite Jahreshälfte höhere Gewinne in Aussicht gestellt. Angesichts der pessimistischen Haltung der Marktforscher darf man gespannt sein, ob Adobe tatsächlich mit einer Verbesserung aufwarten kann.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.