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Protest gegen Paragrafen Schülerdemo in Erfurt

Elf Tage nach dem Erfurter Amoklauf haben am Dienstag rund 3.000 Schüler mit einem Protestzug gegen das Thüringer Schulgesetz demonstriert. Sie wendeten sich dagegen, dass gescheiterte Gymnasiasten in Thüringen als einzige in der Bundesrepublik Deutschland keinen Schulabschluss erhalten.

Unterdessen erwägt der Thüringer Kultusminister Michael Krapp (CDU) obligatorische Realschulprüfungen für Gymnasiasten nach der zehnten Klasse. Diese Prüfungen müssten vergleichbar sein mit denen an den Regelschulen, sagte Krapp der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeinen" Zeitung. Ministerpräsident Bernhard Vogel sagte, die Prüfung sei aber noch keine Kabinettsmeinung.

Die bundesweit einmalige Thüringer Regelung, nach der durchgefallene Abiturienten bisher keinerlei Abschluss besitzen, war nach der Bluttat heftig kritisiert worden.

Krapp sagte, die Realschulprüfungen wären dann auch die "Eintrittskarte für die Kurs-Stufe". Analog könnte mit den Realschülern und dem qualifizierenden Hauptschulabschluss verfahren werden, schlug der Minister vor. Den Umgang der Schule mit volljährigen Schülern nannte Krapp unbefriedigend. Man müsse prüfen, ob die Gesetze dazu geändert werden müssten.

Der 19-jährige Täter Robert Steinhäuser hatte seinen Eltern verschwiegen, dass mit ihm ein Wechsel an eine andere Schule vereinbart worden war. Nach seiner Nichtzulassung zum Abitur hatte der Amokläufer über keinen Schulabschluss verfügt.

Steinhäuser hatte am 26. April zwölf Lehrerinnen und Lehrer, die Sekretärin der Schule, zwei Schüler und einen Polizisten getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen.

Quelle: n-tv.de

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