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Appell der UNESCO Schutz irakischer Archive

Nach den Plünderungen im Bagdader Nationalmuseum hat Bundesaußenminister Joschka Fischer dazu aufgerufen, weitere Verluste und Beschädigungen am irakischen Kulturerbe zu verhindern. Es müsse sicher gestellt werden, dass gestohlene Objekte aus dem Irak keine Käufer finden und dem Nationalmuseum zurückgegeben werden, sagte der Grünen-Polikiker. Deutschland sei bereit, sich an der Bewahrung der irakischen Kulturgüter zu beteiligen. Besonders das Deutsche Archäologische Institut könne wegen seiner langen Erfahrung im Irak einen wichtigen Beitrag dazu leisten, sagte Fischer.

Den Zerstörungen im Nationalmuseum in Bagdad sind nach einem Bericht der in London erscheinenden „Times“ rund 170.000 Kulturgegenstände zum Opfer gefallen. Als Quelle für diese Angabe zitierte die Zeitung den UNESCO-Vertreter in Amman (Jordanien), Ndeye Fall. „Dies ist eine Katastrophe für das Kulturerbe des Iraks“, sagte Neil MacGregor, Direktor des Britischen Museums. Das Museum werde umgehend einen Experten nach Bagdad entsenden, der eine Liste der zerstörten oder gestohlenen Kulturgüter aus dem Museum erstellen soll. Diese Liste solle dann den Soldaten übergeben werden, die im Irak zur Grenzkontrolle eingesetzt sind.

Nach den Plünderungen im irakischen Nationalmuseum in Bagdad hat die UNESCO auch einen Schutz der staatlichen Archive und Bibliotheken im Irak gefordert. „Fast 20 Jahrhunderte geschriebener Menschheitsgeschichte sind in Gefahr“, sagte UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura in Paris. Auch die staatlichen Archive müssten geschützt werden, weil sie für ein Funktionieren der Verwaltung nach dem Krieg unerlässlich seien. Dies sei notwendig, um die Rechte der Bürger zu schützen, sagte Matsuura. Die UNESCO hat für diesen Donnerstag eine Experten-Konferenz in Paris über den Schutz der irakischen Kulturgüter angesetzt.

Am Montag hatte US-Außenminister Colin Powell erklärt, sein Land werde bei der Suche nach den gestohlenen Gütern helfen. Plünderer hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Gebäude in der irakischen Hauptstadt Bagdad leer geräumt, darunter auch das Nationalmuseum. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Reeker, erklärte, das amerikanische Volk wisse um die Bedeutung des archäologischen und kulturellen Erbes Iraks, das mehr als 10.000 Jahre der Entwicklung der Zivilisation dokumentiere.

Der Präsident des Museumsverbandes, Maxwell Andeson, forderte Museen und Sammler in der ganzen Welt auf, keine aus Bagdad gestohlenen Artefakte zu kaufen.

Quelle: n-tv.de

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