Archiv

Inder sorgen sich um Rinder Schutztruppe gefordert

Tierschützer nehmen ihre Sache ernst, erst recht, wenn sie auch noch die Religion hinter sich wissen. Im mehrheitlich hinduistischen Indien gelten Kühe als heilig, sie zu töten oder sogar zu essen ist tabu. Dennoch scheinen nicht alle Bewohner des Subkontinents dieses Gebot zu achten. Deshalb fordert die indische Tierschutzbehörde jetzt die Schaffung einer paramilitärischen Polizeitruppe zum Schutz der Kühe. Die Behörde fordere zudem die Einrichtung einer nationalen Kommission für die Belange der Kühe, berichtete die "Times of India" am Mittwoch.

Landesweites Schlacht-Verbot

Vergangene Woche hatte das Kabinett in Neu Delhi ein Gesetz verabschiedet, wonach das in den meisten Bundesstaaten ohnehin verbotene Schlachten von Kühen landesweit untersagt wird. Das Parlament muss noch zustimmen.

Rinderschutz-Wahn

Auch ohne landesweites Verbot wird der Rinderschutz in Indien sehr ernst genommen. Das kann extreme Formen annehmen: Wegen des Verdachts des Kuh-Schlachtens wurden bereits Menschen gelyncht, erst im Juli steckte ein aufgebrachter Mob ein ganzes Dorf in Brand.

Schmähkampagne mit Kuh

Der Vorwurf, dem Rindfleisch zugesprochen zu haben, kann Prominente in Indien in arge Erklärungsnot bringen. Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee geriet vergangenes Jahr unter Druck, als in seinem Heimat-Bundesstaat Madhya Pradesh Plakate auftauchten, auf denen "Die Kuh ist unsere Mutter, und Atal isst sie" zu lesen war. Vajpayee versicherte daraufhin: "Ich würde lieber sterben, als Rindfleisch zu essen."

Quelle: n-tv.de