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Schattenwirtschaftswachstum Schwarzarbeit boomt

Die steigenden Steuern und Abgaben sorgen für Wachstum - allerdings für eines, das den Staat nur wenig erfreut. Wie aus einer Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung hervorgeht, boomt die Schwarzarbeit in Deutschland.

Während Konjunkturforscher für 2003 nur ein Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent erwarten, wird bei der Schattenwirtschaft mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent auf 370 Mrd. Euro gerechnet. Mit knapp 17,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werde die Schattenwirtschaft ein Rekordhoch erreichen, heißt es in der Studie. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 16,6 Prozent.

Die Experten verwiesen zur Begründung auf die gestiegenen Steuern und Sozialabgaben, die den Faktor Arbeit weiter verteuerten. Zahlreiche Studien hätten gezeigt, dass die Verteuerung der Arbeit eine der Hauptursachen für die Existenz und das Anwachsen der Schattenwirtschaft sei, hieß es.

Hoffnung machen allerdings die Minijobs. Diese Neuregelung habe dazu beigetragen, das Wachstum des schwarz erwirtschafteten Geldes von ursprünglich erwarteten 380 Mrd. Euro auf 370 Mrd. Euro zu begrenzen, erklärten die Wirtschaftsforscher.

Von den 370 Mrd. Euro stammt der größte Anteil aus dem Baugewerbe und dem Handwerk. Hier wurden gut 146 Mrd. Euro schwarz erwirtschaftet. Je rund 63 Mrd. Euro tragen andere Gewerbe- und Industriebetriebe sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe bei. Sonstige Dienstleistungen, zum Beispiel Nachhilfe, Friseurdienstleistungen oder Babysitten machen 56 Mrd. Euro aus.

Im OECD-Vergleich liegt Deutschland in Sachen Schwarzarbeit im Mittelfeld - aber erstmals leicht über dem Durchschnitt. Mit etwa 25 bis 30 Prozent des BIP ist die Schattenwirtschaft weiterhin am stärksten in Südeuropa vertreten. Am geringsten ist die Schattenwirtschaft in den USA. Hier liegt der Anteil am BIP bei knapp neun Prozent.

Dass die Schwarzarbeit-Quote in anderen Ländern noch höher liegt, ist für die Wirtschaftsforscher aber keineswegs beruhigend. Es sei bedenklich, dass es Deutschland im Gegensatz zur Mehrheit der OECD-Länder nicht gelungen sei, das Ausmaß der Schattenwirtschaft einzudämmen, heißt es. Im Durchschnitt der OECD-Länder sei der Anteil am BIP seit 1997/98 um 0,3 Prozentpunkte gesunken, in Deutschland dagegen um 1,9 Punkte gestiegen.

Quelle: ntv.de