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Drach-Bruder verhaftet Sechs Millionen gewaschen

Auf der Suche nach dem verschwundenen Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung ist den Ermittlern Lutz Drach, der Bruder des Drahtziehers Thomas Drach, ins Netz gegangen. Die spanische Polizei konnte Lutz Drach in Madrid bei seiner Ausreise nach Brasilien wegen des Verdachts der Geldwäsche festnehmen. Er soll sechs Millionen Schweizer Franken (4,1 Millionen Euro) aus dem Lösegeld gewaschen haben, teilte die Staatsanwaltschaft Aachen am Donnerstag mit. Sie habe die Auslieferung beantragt. Insgesamt war den Kidnappern des Hamburger Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma 1996 umgerechnet 15,3 Millionen Euro gezahlt worden.

Nach der Aussage eines Aachener Physiotherapeuten, der für die Drach-Brüder als Geld-Kurier aktiv war, hatte die Staatsanwaltschaft Lutz Drach mit internationalem Heftbefehl gesucht. Vor Gericht gab der Physiotherapeut an, Lutz Drach habe ihm in Erftstadt bei Köln sechs Millionen Schweizer Franken aus dem Reemtsma-Lösegeld gegeben. Auf Drachs Weisung habe der Aachener das Geld in seiner Wohnung und Praxis aufbewahrt und dann nach Spanien transportiert. Dort habe Lutz Drach das Geld wieder übernommen, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Thomas Drach hatte im März 1996 den Hamburger Millionär Jan Philipp Reemtsma entführt. Nach 33 Tagen ließ er Reemtsma gegen 30 Mio. DM Lösegeld frei. Thomas Drach wurde im März 2001 zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Ein Großteil der Beute blieb verschwunden.

Das Landgericht Köln hatte Lutz Drach bereits im Dezember 1996 wegen versuchter Geldwäsche zu achtzehn Monaten Haft verurteilt. Der unter anderem wegen Diebstahls, Urkundenfälschung, versuchten Raubes und Hehlerei Vorbestrafte hatte in einer Kölner Pension US-Dollar im Wert von rund 50.000 DM von seinem Bruder entgegengenommen, die aus dem Reemtsma-Lösegeld stammten.

Quelle: ntv.de