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Eine kurze Geschichte des Euro Seit rund 40 Jahren arbeiten Politiker und Ökonomen an einer gemeinsamen Währung

Bereits in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts keimten die ersten Ideen für die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) in den Köpfen europäischer Politiker und Wirtschaftsbosse. 1969 wurde dieser Vordenkprozess auf dem Europäischen Gipfel in Den Haag zu einem erstmals offiziell erklärten Ziel. Die WWU war geboren. Der sogenannte Werner-Bericht von 1970 schlug die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion innerhalb von zehn Jahren vor. Die Ölkrisen der siebziger Jahre, unterschiedliche Richtungen der Wirtschaftspolitik und der schwache Dollar bremsten damals das ehrgeizige Projekt. So koppelten in einem ersten Schritt nur Dänemark, Deutschland und die Benelux-Länder ihre Währungen aneinander.

Zweiter Anlauf

Einen regelrechten Quantensprung bei der Schaffung eines gemeinsamen Währungsraumes wurde 1979 mit der Einführung des Europäischen Währungssystems (EWS) vollzogen. Das EWS beruhte auf flexiblen Wechselkursen der teilnehmenden Länder, für die bestimmte Schwankungsbreiten vorgegeben wurden. 1991 verhandelten dann die Europäischen Regierungen über den Vertrag von Maastricht. In dem Vertragswerk wurden der Fahrplan und die Kriterien für die Einführung einer gemeinsamen Währung festgelegt.

Spekulativer Angriff

Obwohl die Wechselkursschwankungen der meisten Währungen untereinander deutlich zurückgingen, gab es doch mehrere Ausnahmen von dieser Festlegung: Das britische Pfund und die italienische Lira scherten nach heftigen spekulativen Attacken aus dem EWS aus. Zuvor hatten beide Währungen deutlich den vorgegeben Zielkorridor einer maximalen Schwankungsbreite von 2,5 Prozent überschritten. Neben der reinen Währungsunion wurden von den Europäischen Regierungen starke Anstrengungen zur Vereinheitlichung des Wirtschaftsraumes Europa unternommen. So existiert seit 1993 der europäische Binnenmarkt, Gesetze und Steuersätze wurden und werden weiterhin angeglichen.

Mit der Einführung des Euro zum 1.1.1999 übernahm die Europäische Zentralbank (EZB) die europäische Geldmarktpolitik. Eine Aufgabe, die bis dato den nationalen Noten- und Zentralbanken vorbehalten war.

Quelle: ntv.de

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