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Islamische Mädchen Sexualkunde ist Pflicht

Islamische Mädchen müssen nach einer Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts am Sexualkundeunterricht teilnehmen. Das Gericht wies den Antrag einer türkischen Mutter zurück, die ihre 14 und 15 Jahre alten Töchter nicht an der Sexualkunde des Biologieunterrichts teilnehmen lassen wollte.

Die Frau hatte argumentiert, Sexualität gebe es im Islam nur in der Ehe. Deshalb bestehe kein Bedarf, vorher aufzuklären. Nach Ansicht der Richter verpflichtet das Hamburgische Schulgesetz zur Teilnahme. Darüber könnten die Eltern nicht frei entscheiden.

Zur Begründung führte das Gericht aus: "Eine verantwortungsbewusste Schulerziehung darf auch nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht übersehen, dass die Kenntnis der menschlichen Sexualität Voraussetzung ist für ein verantwortungsbewusstes Verhalten sich selbst, dem Partner, der Familie und der Gesellschaft gegenüber." Dadurch werde die Religionsfreiheit nicht verletzt. Die weltanschauliche Neutralität des Staates dürfe nicht mit Wertneutralität verwechselt werden.

Das Verwaltungsgericht betonte das Interesse der Allgemeinheit, die Entwicklung von religiös oder weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften entgegenzuwirken. "Eine Befreiung vom Sexualkundeunterricht fördere aber gerade das Gefühl der Andersartigkeit und verbiete sich auch schon deshalb."

Die Bildungsbehörde sieht in dem Urteil eine Erleichterung für Lehrer in entsprechenden Diskussionen mit Eltern. Sprecher Alexander Luckow sagte, Bildungssenator Reinhard Soltau (FDP) begrüße die Klarstellung durch das Urteil. "Das ist sehr hilfreich."

Quelle: ntv.de