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"Schurkenstaat USA" Sloterdijk holt aus

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat die USA und Israel als "Schurkenstaaten" bezeichnet. In einem Interview des österreichischen Magazins "Profil" sagte er, Gerhard Schröder (SPD) habe mit seiner Distanzierung von Washington bestätigt, dass er der "erste Kanzler der Normalität" sei.

Es sei eine Tugend der Deutschen, sagte Sloterdijk weiter, dass sie zwischen dem kulturellen System der USA und der Regierung von George W. Bush unterschieden. Das System der USA sei zwar mit dem Europas kulturell verbündet, nicht aber der jeweilige Regierung.

"Deutscher Weg" und "Schurkenstaaten"

Der 55-Jährige verteidigte die Haltung des Kanzlers zu einem möglichen Krieg gegen den Irak. Der Begriff vom "Deutschen Weg" sei lediglich ein Signal, "dass im Bereich der deutsch-amerikanischen Beziehungen ein neues Kapitel aufgeblättert werden muss".

Auch seine Ansicht von Israel und den USA als "Schurkenstaaten" erklärte er. Der Ausdruck komme vom englischen "rogue state". "Rogue" bezeichne das "wieder ausgewilderte Einzelgängertier, das abseits der Herde durch den Busch streift". Genau so täten das auch Israel und die USA, da sie jede Anpassung an die Staatengemeinschaft ablehnten, "weil sie beide davon ausgehen, dass Nicht-Israelis beziehungsweise Nicht-Amerikaner sich in die besondere Situation der beiden Länder nicht einfühlen können."

Schröder hatte vor der Bundestagswahl erklärt, Deutschland werde sich nicht an einem Angriff auf den Irak beteiligen, auch nicht, wenn es ein UN-Mandat gebe. Diese Haltung nannte Sloterdijk eine "symbolisch-moralische Position, eine spezifische Form der Auseinandersetzung mit dem Sonderweg der USA".

Quelle: n-tv.de