Archiv
Dienstag, 14. Juni 2005

Dschingis Khan in Bonn: Spektakuläre Ausstellung

Die Bundeskunsthalle in Bonn wird in den nächsten Monaten ganz im Zeichen der Mongolen und ihres berüchtigten Führers Dschingis Khan (1155-1227) stehen.

Nach dem altägyptischen Pharao Tutanchamun zeigt die Bundeskunsthalle mit der Präsentation des riesigen und noch immer geheimnisvollen Mongolenreichs eine weitere spektakuläre Ausstellung. Mit neuen Ausgrabungsstücken aus Karakorum und Leihgaben aus vielen Ländern sei die erste umfassende internationale Schau zu Dschingis Khan möglich geworden, sagte der Intendant der Bundeskunsthalle, Wenzel Jacob, der dpa in Bonn.

Die Ausstellung "Dschingis Khan und seine Erben -Das Weltreich der Mongolen" wird an diesem Mittwoch von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem mongolischen Premierminister Tsakhia Elbegdorj eröffnet und soll bis 25. September dauern. Mongolische Jurten auf dem Dach der Bundeskunsthalle und zahlreiche Begleitveranstaltungen sollen den Besuchern die fremde Kultur des nomadischen Reitervolks näher bringen.

Mit rund 500 Exponaten steht das mongolische Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht unter Dschingis Khan im Zentrum. Das größte Reich der Geschichte erstreckte sich in seiner Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert vom Pazifik bis nach Mitteleuropa. "Sie kamen nach allen Vermutungen sogar bis zum Rhein", berichtete Jacob. Dabei waren die Mongolen nicht nur erfolgreiche Eroberer. Ihnen gelang es auch, ihr großes Herrschaftsgebiet mit effizienter Verwaltung und religiöser Toleranz unter Kontrolle zu halten.

Wissenschaftler der Bonner Universität, die weltweit zu den Top-Adressen der Mongolei-Forschung zählt, halfen mit bei der Konzeption der Ausstellung. Als 1998 Ausgrabungen in der geheimnisumwitterten ehemaligen Hauptstadt Dschingis Khans, Karakorum, begannen, luden die Mongolen nach einer deutsch-mongolischen staatlichen Vereinbarung die Bonner Forscher vom Seminar für Sprach-und Kulturwissenschaft Zentralasiens ein, dabei zu sein. Bei der Ausstellung können die Besucher jetzt erstmals neue Fundstücke aus Karakorum bewundern.

Quelle: n-tv.de