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Gelder zweckgebunden Spendenflut für Südasien

Millionenfach spenden die Menschen für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien. Die Summe steigt täglich in zweistelligen Millionenschritten. Caritas, das Deutsche Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen melden Rekord-Spendeneinnahmen von rund 130 Millionen Euro.

Zweckgebunden sind diese Spenden mit dem Stichwort "Seebeben" oder "Flutopfer". Das heißt, dass dieses Geld auch wirklich nur für Hilfsaktionen im Katastrophengebiet in Südasien verwendet werden darf – und für kein anderes Projekt der Organisation.

Die "Ärzte ohne Grenzen" haben in der vergangenen Woche mehr als 20 Millionen Euro erhalten – zu viel für das Projekt in Südasien, findet die Organisation. Denn der Einsatz der Ärzte vor Ort ist zeitlich begrenzt, die Kosten nicht abzuschätzen.

Deswegen bitten die "Ärzte ohne Grenzen", nicht mehr explizit für die Flutopfer zu spenden: "Zweckgebundene Spenden für die Krisenregion Südostasien können wir leider nicht mehr annehmen." Stattdessen wünschen sie sich freie Spenden, die sie auch bei anderen Projekten in Krisenregionen wie dem Sudan, Kongo oder Uganda einsetzen können.

Unverantwortlich nennen andere Hilfsorganisationen diesen Aufruf: "Unsere Erfahrung ist, dass die Menschen Geld für die Katastrophenregion spenden wollen – oder gar nichts, sie wollen nicht generell spenden", sagte der Direktor von Oxfam Deutschland, Paul Bendix.

Andere Organisationen nehmen weiterhin zweckgebundene Spenden an. Bei der Caritas sind bislang mehr als 4 Millionen Euro eingegangen, die zunächst für die Soforthilfe genutzt werden und später für Wiederaufbaumaßnahmen.

Die Sprecherin der Caritas Deutschland, Birgit Winterhalter, zeigte Verständnis für die Entscheidung der "Ärzte ohne Grenzen": "Jede Organisation sollte selbst entscheiden, wie sie mit den Spendengeldern umgehen." Generell sei es besser, nicht zweckgebunden zu spenden, weil nur so das Geld auch in anderen akuten Fällen eingesetzt werden kann.

Quelle: n-tv.de