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Bungee-Seil gerissen Sprung in den Tod

Einen Tag nach dem tödlichen Bungee-Sprung im Dortmunder Westfalenpark ist die Ursache für das Reißen des Gummiseiles weiter unklar. Ein Sachverständiger soll nun die genauen Umstände des Unglücks klären. Laut Staatsanwaltschaft und Polizei soll der unabhängige Gutachter das Seil untersuchen, das bei dem Sprung gerissen war.

Ein 31-Jähriger war am Sonntagnachmittag von der Sprungplattform des Florianturmes in 150 Metern Höhe gesprungen, als das Seil riss. Der aus Mommenheim bei Mainz stammende Mann stürzte neben einem Luftkissen zu Boden und war sofort tot. Die Polizei schloss die Sprunganlage umgehend.

Am Montag bedauerte der Betreiber der Anlage, der Münchner Unternehmer Jochen Schweizer, den Unfall und sprach von einem „Systembruch“. Zwei Mitarbeiter stünden noch unter Schock, teilte Schweizer mit. Der eine, ein Helfer am Boden, sollte den Springer ausklinken, der zweite Helfer stand oben auf der Plattform. Entgegen anders lautenden Berichten habe er aber keine Verletzungen durch das zurückschnellende Gummiseil erlitten, sagte der Betreiber.

Bis zur Klärung der Unfallursache will die Betreiberfirma nach eigenen Angaben alle ihre fünf Bungee-Anlagen in Deutschland und Österreich geschlossen halten. „Wir bedauern diesen schrecklichen Unfall außerordentlich. Im Rahmen eines regulären Bungee-Sprunges kam es zu einem Systembruch“, heißt es in einer am späten Sonntagabend verbreiteten Erklärung der Jochen Schweizer GmbH.

Der Dortmunder Florianturm, der 1959 errichtet wurde, ist mit 212 Metern das höchste Bauwerk der Stadt. Die Bungee-Anlage gilt als weltweit höchstes stationäres Sprungzentrum an einem Fernsehturm. Der Nervenkitzel kostet 133 Euro.

Bereits im Oktober 2002 hatte sich einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge an der Anlage ein Unfall ereignet. Ein 33-jähriger Mann habe schwere Prellungen und Hautabschürfungen im Gesicht erlitten, als er bei einem Salto vorwärts am tiefsten Punkt des Sprungs mit dem Gesicht gegen das Seil prallte. Später stellte er Strafanzeige gegen den Betreiber und kritisierte die angeblich mangelhafte Einweisung vor dem Sprung. Der Betreiber wies die Vorwürfe zurück.

Quelle: n-tv.de