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Marilyn Monroes Liebling Star-Fotograf Avedon tot

Im Alter von 81 Jahren ist der US-Fotograf Richard Avedon gestorben. Er zählte zu den berühmtesten Fotografen und wurde vor allem durch seine Schwarz-Weiß-Bilder bekannt.

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Richard Avedons Aufnahme von Marilyn Monroe, 1957.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der US-Fotograf Richard Avedon ist tot. Der für seine Schwarz-Weiß-Porträts berühmte Künstler starb im Alter von 81 Jahren, wie eine Sprecherin des Magazins "New Yorker" mitteilte.

Bis zuletzt war der Fotograf mit der Kamera unterwegs. Für den "New Yorker" bebilderte er eine politische Reportage zum Thema Demokratie, als er am vergangenen Wochenende eine Gehirnblutung erlitt.

Vor den Kameras Avedons posierten die Großen, die Schönen und die Reichen. Seine Bilder zeigen perfekte Models in perfekten Kleidern, aber auch eine traurige Marilyn Monroe, Andy Warhols Schusswunden, den Pianisten Vladimir Horowitz oder den spöttisch lächelnden Truman Capote.

Leerer Hintergrund als Markenzeichen

Viele dieser Porträts sind zu tausendfach gedruckten Ikonen geworden. Längst gilt es unter den Berühmten als Auszeichnung, vor Avedons Objektiven gestanden zu haben. Zu seinen Markenzeichen gehörte der weiße, leere Hintergrund seiner großformatigen Bilder. Nichts darauf lenkt vom Motiv ab.

Avedon wurde früh Mitglied der New Yorker Kulturszene und ein Freund Andy Warhols. Mit 17 verließ er die High School und ging zur US-Marine. Er bewarb sich dort aus "einer Laune" heraus und weil sein Vater ihm kurz zuvor eine Rolleiflex-Kamera geschenkt hatte, bei der fotografischen Abteilung. Zwei Jahre lang fertigte er Passbilder.

Für eine Millionen-Gage abgeworben

Von 1945 bis 1965 wurde Avedon durch die Förderung von Alexey Brodovitch, dem künstlerischen Direktor des Magazins "Harper's Bazaar " zu einem der berühmtesten Modefotografen der Welt. Später ging er für einen Millionen-Gage als erster Chef-Fotograf zum Konkurrenzblatt "Vogue". Als erster arbeitete er mit den Models, von denen er schauspielerische Leistungen forderte, nicht im Studio, sondern auf der Straße: Dort inszenierte er "zufällige Momente".

Trotz seiner zahlreichen lukrativen Aufträge für Mode und Werbung hat Avedon stets auch künstlerisch gearbeitet. Viele Bilder zeigen in Schwarz-weiß rußverschmierte Bergarbeiter, zerzauste Landstreicher und abgearbeitete Tagelöhner. Vor dem weißem Hintergrund präsentiert Avedon Vertreter der amerikanischen Arbeiterklasse, wie er sie auf Ölfeldern, Schlachthöfen oder in Büros traf. Die Abzüge sind schonungslos und detailgetreu. Sie enthüllen jede Pore und jede Falte.

"Rigoroser Naturalist"

Zuletzt in Deutschland erschienen ist von ihm der Leporello-Band "Porträts". Der blutbeschmierte Klapperschlangen-Häuter Boyd Fortin ist darin ebenso zu sehen wie Roy Lichtenstein. "So manchem Betrachter mögen Avedons Porträts mit dem typischen weißen Hintergrund, ihrer durchdringenden Klarheit und dem erbarmungslosen Licht schwierig oder streng erscheinen", heißt es im Vorwort von Philippe de Montebello, dem Direktor des New Yorker Metropolitan Museum of Art. Aber diese Weigerung zu schmeicheln oder zu beschönigen zeichne Avedon als "rigorosen Naturalisten" aus.

Quelle: n-tv.de