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Darth Vader und die Liebe "Star Wars" angelaufen

Lange hatten die Fans der "Star Wars"-Reihe ausgeharrt, um Mitternacht war es endlich so weit: "Star Wars: Episode 2 - Angriff der Klonkrieger" lief in zahlreichen deutschen Kinos an. Vor allem in den größeren Städten gaben die Lichtspielhäuser Sondervorführungen.

Kinobetreiber und Fanclubs organisierten Partys, um die Besucher auf den Film einzustimmen. Viele Gäste kamen kostümiert in die Kinos. Allein der deutsche Verleiher rechnet in der Bundesrepublik mit über acht Millionen Zuschauern. Der Streifen startete in Deutschland mit über tausend Kopien.

Nun weiß die Welt endlich Bescheid über den misslichen Werdegang des jungen Anakin Skywalker, der ja bekanntermaßen irgendwann zum größten Bösewicht des Filmuniversums wird, zu Darth Vader.

Das ist aber natürlich nicht alles: Star-Wars-Erfinder George Lucas zeigt mit diesem Film scheinbar leichtfüßig, was technisch derzeit alles machbar ist. Und Anakin ist endlich kein Podrace-rasendes Superkind mehr, sondern ein loderndes Feuer kurz vor der Explosion. Es scheint, als habe Lucas nach breiter Enttäuschung über "Episode 1" mit dem zweiten (und insgesamt fünften) Teil der Weltraum-Saga wieder zu einer spannenderen Erzählstruktur zurückgefunden, die intrigenreiche Weltraumpolitik mit actiongeladenen Laserschwert-Kämpfen in eine herzergreifende Liebesgeschichte einflicht.

Denn Anakin (überraschenderweise gut: Hayden Christensen) wird nicht nur böse, sondern ist erst einmal nur verknallt, und zwar in die wunderschöne Prinzessin Amidala (immer wieder wunderschön: Natalie Portman), die man schon aus dem ersten Teil von 1999 kennt. Dass das geschieht, weiß natürlich auch schon jeder, gäbe es ohne diese Liebe nicht den berühmten Nachwuchs Luke Skywalker und Prinzessin Leia.

Aufruhr im Paradies

Die Geschichte ist schnell erzählt: Zehn Jahre nach Episode 1 will eine Separatistenbewegung die Einheit der Republik untergraben. Dabei machen die Mächte des anschwellenden Bösen auch nicht Halt vor einem Attentat auf Prinzessin Amidala, die ihnen im Weg steht. Zu ihrem Schutz wird nun Jedi-Schüler Anakin auserwählt, der schon seit ihrem ersten Treffen vor zehn Jahren nicht mehr ohne sie kann - Amidala schon, erkennt sie ihn anfangs gar nicht.

Als Anakins Lehrer Obi-Wan Kenobi (hervorragend: Ewan McGregor) zwecks Aufklärung zum unbekannten Wasserplaneten Kamino reisen muss, darf Anakin Prinzessin Amidala endlich ungestört den Hof machen und mit ihr über Alpen-ähnliche Kitsch-Wiesen toben. Dabei erfährt man langsam, zu welchen plötzlichen Wutausbrüchen er fähig ist und welch großen Frust er in sich trägt, ist er seinem gehasst/geliebten Lehrer Obi-Wan nach eigenem Bekunden um einiges weit voraus. Jugendhafte Unschuld gepaart mit unbändiger Arroganz: Es ist kein langer Weg mehr bis zur Darth-Vader-Mutation.

Top-Ten-reife Filmszenen

Doch vorher kämpft er noch als Schüler an der Seite der Jedi-Ritter mit eiserner Kraft gegen die Abtrünnigen und deren Monster und Maschinen-Soldaten. Dabei sind es erstmals weit über 20 stolze Leuchtschwert-KämpferInnen aller Couleur auf einem Schlag, um in einer Gladiator-ähnlichen Arena das Böse aufzuhalten. Fast eine Szene, die in die Top Ten der Filmgeschichte aufgenommen werden kann. Gleiches gilt für den Kampf von Jedi-Chef Joda gegen seinen ehemaligen Schüler Dooku, der nun seinerseits die Rebellen anführt. Dass Joda, der in den Star-Wars-Teilen aus den 70er und 80er Jahren noch eine knautschige Puppenfigur war, überhaupt durch die Luft wirbeln kann, ist dank der digitalen Lucasfilm-Technik nun möglich - denn Joga ist eine von oben bis unten computeranimierte Figur.

Was man aber trotz all der Vorab-Infos über Episode 2 noch nicht wusste, ist - dass es eine neue Lieblingsfigur unter den Star-Wars-Fans geben wird: Jango Fett. Warum? Das soll auch an dieser Stelle nicht verraten werden. Schließlich muss es noch etwas Spannung geben. Ansonsten ist es grundsätzlich ein Film, der sogar eingefleischte Nicht-Interessierte in den Bann zu ziehen vermag.

Quelle: ntv.de