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"Beatrice und Benedict" Studenten als "Opernstars"

Shakespeare und Berlioz an einem Abend - das klingt nach wenig Spass und zu viel Kultur. Dass dem nicht so ist, verdanken Berliner und Touristen den Studenten der Humboldt-Universität. Die bringen zum dritten Mal eine "Sommeroper" unter die Linden und überzeugen dabei auch Opernlaien wie den Rezensenten.

Mit "Beatrice und Benedict" wird eine selten gespielte Berlioz-Oper gegeben, deren Libretto auf dem Shakespeare-Stück "Viel Lärm um nichts" basiert. 200 Mitwirkende sorgen für beeindruckende Kulisse, schade nur, dass die Premiere wetterbedingt in die Zionskirche verlegt werden musste. So verhallten viele Worte der glänzend aufgelegten Solisten unverstanden, das bemerkenswerte 80-köpfige Orchester spielte gegen die Akustik an. Der Regisseurin Cornelia Just sei Dank kam durch die flotte Inszenierung jedoch kein Frust in den gut besetzten Zuschauerreihen auf.

Dirigent Constantin Alex hofft nun für die weiteren vier Aufführungstermine auf schönes Wetter, erst unter freiem Himmel im Hof der Humboldt-Universität kann sich das Ergebnis der harten sechswöchigen Proben voll entfalten. Seit neun Jahren ist der 39-Jährige hauptberuflich für die zwei Studentenorchester und einen -chor an der traditionsreichen Lehrstätte zuständig. Alle drei Jahre wird eine "Sommeroper" auf die Bühne gebracht, eine Belastungsprobe für Universitätsmusikdirektor, Studenten und Solisten.

Knackpunkt des Ganzen ist dabei natürlich das Geld. Das Team arbeitet größtenteils für ein Butterbrot, die Einnahmen decken gerade so die Kosten. Gerade deswegen hätten alle Beteiligten zur Premierenfeier mehr verdient gehabt als Kartoffelsalat aus dem Plastikeimer und eingeschweißte Würstchen. Da hörte der Spaß leider auf.

Gunnar Ritzmann

Quelle: ntv.de

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