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34 Flugzeuge stillgelegt Swiss baut 3.000 Stellen ab

Die schon in den letzten Tagen kursierenden Befürchtungen haben sich nun bestätigt: Die Schweizer Fluglinie Swiss baut 3.000 ihrer rund 9.800 Arbeitsplätze ab. Besonders betroffen ist das Bodenpersonal mit 1.500 Stellen. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, sollen 34 Flugzeuge stillgelegt werden.

Insgesamt will die erst vor knapp 15 Monaten gestartete Fluglinie 1,6 Mrd. sfr (1,04 Mrd. Euro) einsparen. Die Änderungen sollen zu Beginn des Winterflugplanes wirksam werden. Mit den Maßnahmen reagiere die neue, massiv verkleinerte Swiss auf die tief greifenden Veränderungen des Airline-Marktes, hieß es.

Die Krise der Luftverkehrs-Gesellschaften werde zu einer Konsolidierung in der gesamten Branche führen, erklärte das Unternehmen. Nur die gesunden und richtig positionierten Unternehmen würden überleben. Swiss müsse daher Netzwerk und Flotte verkleinern, die Kosten weiter reduzieren und einen umfangreichen Personalabbau vornehmen. Das Unternehmen appellierte auch an die Kreditgeber, sich mit einem klaren Bekenntnis zur Zukunft der Swiss zu stellen.

Das vom Verwaltungsrat geschnürte Sanierungspaket beinhaltet jedoch noch mehr als die reinen Sparmaßnahmen. So will Swiss als erste Linienfluggesellschaft auf innereuropäischen Strecken sowohl eine Premium Business Class als auch eine preisgünstige Economy Class anbieten. Außerdem will sich die Fluglinie auf Gewinn bringende und zukunftsträchtige Strecken konzentrieren.

Gewerkschaften kündigen Widerstand an

Schon bevor die Fluglinie das Sanierungspaket veröffentlichte, waren aus Gewerkschaftskreisen Einzelheiten über die geplanten Sparmaßnahmen durchgesickert. Gewerkschaftsmitglieder befürchten gar noch mehr Entlassungen, als bislang angekündigt. Auch bei Zulieferern wie Gate Gourmet oder SR Technics werde es zu Massenentlassungen kommen, prophezeien sie. Es sei mit einer Entlassungswelle von insgesamt mindestens 5.000 Stellen zu rechnen. Das wollen sich die Gewerkschaften aber nicht gefallen lassen, sie kündigten einen harten Arbeitskampf an.

Am Montag war der Swiss-Verwaltungsrat zusammengekommen, um über den neuen Geschäftsplan der Schweizer Fluglinie zu beraten. Vorsorglich hatte das Unternehmen seine Aktie am Montag und Dienstag vom Handel an der Börse suspendieren lassen.

Kritiker hatten dem Management vorgeworfen, die Fluggesellschaft nicht rechtzeitig verschlankt zu haben. Die neue Fluglinie war mit Milliarden an öffentlichen Geldern sowie Mitteln aus der Wirtschaft gegründet worden. Die Konjunkturkrise, der Irak-Krieg sowie die Lungenkrankheit SARS hatten Swiss eine schwere Krise gestürzt.

Quelle: ntv.de