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Hapag Lloyd TUI sagt Börsengang ab

Europas größter Touristikkonzern TUI hat den geplanten Börsengang seiner Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd abgesagt. "Im Laufe der Vorbereitungen auf einen möglichen Börsengang hat sich die Lage auf den Kapitalmärkten verändert, so dass ein fairer Wert für das Unternehmen derzeit nicht zu realisieren ist", hieß es.

Der vollständige Verkauf an einen Investor sei ebenfalls nicht vorgesehen. Die erforderliche Finanzierung des Konzerns sei langfristig strukturiert und die geplante weitere Entschuldung von derzeit gut drei Mrd. Euro auf unter zwei Mrd. bis Ende nächsten Jahres könne auch ohne einen Börsengang der Hapag-Lloyd erreicht werden, teilte TUI in Hannover mit. Für 2004 werde erneut ein starkes Geschäftsjahr in der Schifffahrt erwartet.

Hapag-Lloyd sollte ursprünglich in der zweiten Jahreshälfte an die Börse gebracht werden. TUI wollte bis zu 30 Prozent der Anteile am Markt platzieren. Eine Kaufofferte des Bielefelder Mischkonzerns Oetker, der ebenfalls in der Containerschifffahrt führend ist, hatte TUI abgelehnt.

Das Geschäftsjahr 2003 hat die Hapag-Lloyd AG mit einem Rekordgewinn beendet. Bei einem leicht gestiegenen Umsatz von 3,9 Mrd. Euro erhöhte sich das operative Ergebnis um 70 Prozent auf 343 Mio. Euro. Davon entfielen auf die Schifffahrt 2,4 Mrd. Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 248 Mio. Euro.

Die Entscheidung über Hapag-Lloyd ist auch im Hinblick auf die Pläne der WestLB, sich von ihrem TUI-Aktienpaket zu trennne, von Bedeutung. Die WestLB ist mit 31,3 Prozent Hauptaktionär von TUI und verhandelt nach bisherigen eigenen Angaben mit mehreren potenziellen Käufern.

TUI-Chef Michael Frenzel, der die Entscheidung am Mittag in der Hamburger Hapag-LLoyd-Zentrale erläutern will, hatte in den vergangenen Wochen bereits betont, man stehe mit der Entscheidung vzu Hapag nicht unter Druck.

Quelle: ntv.de